„Wetterextreme erfordern gutes Risikomanagement“

DBV-Pressemittelung vom 03.07.17

Bauernpräsident Rukwied konstatiert schwieriges Erntejahr für Obstbauern

(DBV) Zum Auftakt der Getreideernte im baden-württembergischen Eberdingen hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, erneut auf das schwierige Erntejahr für die meisten Obstbauern in Deutschland hingewiesen. „Die Wetterextreme bestimmen das Erntejahr unserer Obst- und Weinbauern in diesem Jahr ungewöhnlich stark. Einige Betriebe sind massiv geschädigt. Der starke Frost Mitte April nach dem warmen März führte zu großen Schäden bei Kirschen, Pflaumen, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Erdbeeren, Äpfeln und Wein. Ende Mai bis in den Juni hinein mussten die Obstbauern regional mit Starkregen und Hagel fertig werden. Der Klimawandel und die Zunahme von Extremwetterereignissen erfordern ein wirksameres und besseres Risikomanagement“, betonte Rukwied.

Um das Risiko für die Betriebe zu verringern, seien politische und unternehmerische Maßnahmen notwendig. „Seit Jahren fordern wir Instrumente wie steuerliche Risikorückstellungen. Der extreme Witterungsverlauf in diesem Jahr hat die se Forderung erneut bestätigt. Zudem sind Versicherungslösungen wie auch Investitionsförderungen für Frostschutzberegnungsanlagen notwendig. Bei den Versicherungslösungen sind finanzielle Unterstützungen durch die Bundesländer hilfreich“, hob Rukwied hervor. Darüber hinaus seien für stark frostgeschädigte Betriebe direkte Entschädigungszahlungen erforderlich.

Entschädigungszahlungen fallen zunächst in die Zuständigkeit der Bundesländer. In Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen wurde die Situation bereits als „Naturkatastrophe“ und in Rheinland-Pfalz als außergewöhnliches Elementarereignis eingestuft. Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz stellte den frostgeschädigten Obstbauern bereits Entschädigungszahlungen in Aussicht, in NRW wurde dies der neuen Landesregierung überlassen. In Bayern laufen derzeit noch Gespräche. Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium und der Bundestag beschäftigen sich mit den möglichen Unterstützungen frostgeschädigter Betreibe.

Stand der Obst- und Gemüseernte:

Für die meisten Spargelbauern ist die Spargelsaison am 24. Juni, dem Johannistag, traditionell zu Ende gegangen. Für den Spargel war es über weite Teile eine ausgeglichene Saison, wenn auch im April witterungsbedingt die Menge geringer war. Bundesweit wird im Vergleich zum Vorjahr etwa gleiche Erntemenge von vorläufig geschätzten 125.000 Tonnen erwartet, allerdings bei einer leichten Flächenausdehnung.

Die Erdbeersaison läuft auf Hochtouren. Wegen der Frostschäden wird mit einer gegenüber Vorjahr nochmals geringeren Ernte von geschätzt 130.000 Tonnen gerechnet.

Massive Ertragsausfälle durch Frost sind bei Kirschen, deren Ernte begonnen hat, und bei Pflaumen zu erwarten, insbesondere im Süden und Südwesten Deutschlands.

Dem Kernobst (Äpfel und Birnen) hat der Frost auch stark zugesetzt, insbesondere in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Gebietsweise kam es bisher auch zu Hagelschäden. Für Schätzungen zu Ernteerwartungen ist es noch zu früh, doch wird mit deutlich niedrigeren Erträgen als im Vorjahr gerechnet, im Süden stärker als in Norddeutschland.

Bei Salaten verläuft die Ernte gleichmäßig, anfangs waren die Preise schwach, dann auf Vorjahresniveau, ab Mitte Juni wieder deutlich darunter. Bei Blumenkohl und Broccoli herrscht großer Preisdruck, Gurken und Tomaten aus dem Gewächshaus finden Absatz in einem ausgeglichenen Markt.

Der Weinanbau ist regional durch Frost stark geschädigt. Für Aussagen zur Erntemenge ist es zu früh, doch zeichnet sich bereits jetzt eine im Vergleich zum Vorjahr geringere Weinernte ab.

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Rukwied: Veränderung und Weiterentwicklung sind der Weg

Grundsatzrede zur Ausrichtung der Landwirtschaft

„Die Landwirte sind veränderungsbereit. Zu Innovationen und Weiterentwicklung sagen wir ja! Anpassungen an neue Herausforderungen in Märkten, Politik sowie Anbau- und Erzeugungsmethoden sind Teil unseres Selbstverständnisses als bäuerliche Unternehmer mit Bodenhaftung.“ Dies erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, in seiner Grundsatzrede zu Beginn des Deutschen Bauerntages 2017 in Berlin. „Unsere Stärken sind Nachhaltigkeit und vor allem die strukturelle Vielfalt unserer Betriebe. Diese Vielfalt müssen und wollen wir erhalten. Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft schlagen wir praxistaugliche Lösungen vor, die eine wirtschaftliche Grundlage haben“, betonte der Bauernpräsident. Der Deutsche Bauerntag 2017 steht unter dem Motto „Gemeinsam Zukunft gestalten“ und findet am 28. und 29. Juni in Berlin statt.

Rukwied rief die 650 Delegierten aus den 18 Landesbauernverbänden auf, den Entwicklungsprozess der modernen Landwirtschaft aktiv voranzubringen und mitzugestalten. „Wir können allen Mitbürgern selbstbewusst sagen: Unsere Landwirtschaft ist lebenswichtig für alle. Aber wir ruhen uns nicht aus, wir investieren, sind innovativ und werden immer nachhaltiger. Der Deutsche Bauernverband hat mit der Agenda „Veränderung gestalten“ realistische und für die Bauernfamilien gangbare Weiterentwicklungen und Verbesserungen aufgezeigt, die möglichst viele Betriebe mitnehmen und keine Strukturbrüche zur Folge haben. Diese Ziele werden wir konsequent verfolgen“, unterstrich der Bauernpräsident.

Dazu gehört besonders die Weiterentwicklung der Tierhaltung, die das wirtschaftliche Rückgrat der deutschen Landwirtschaft ist. „Dafür wird eine nationale Nutztierstrategie benötigt. Sie muss Perspektiven für bestehende Betriebe und den Bestand an Stallbauten bieten, Marktpartner und Verbraucher mit in die Verantwortung nehmen und darf diejenigen, die in Tierwohl investieren, nicht ausbremsen. Wissenschaftliche Erkenntnisse und praxistaugliche Problemlösungen statt Ideologie sind gefordert“, betonte Rukwied. Notwendig sei nicht nur gesellschaftliche Akzeptanz, sondern Investitionssicherheit und Verlässlichkeit.

Voraussetzung für die Chancengleichheit der ländlichen Räume im Vergleich zu den Metropolen sei eine gute digitale Infrastruktur. „Die Politik redet immer von der Förderung des Ländlichen Raumes, doch beim Zugang von schnellem Internet in der Fläche ist bisher zu wenig passiert. Die Kompetenzen in der Bundesregierung sind zu sehr verteilt“, konstatierte Rukwied. Auch für die Entwicklung der Landwirtschaft sei eine leistungsfähige digitale Infrastruktur notwendig. Landwirtschaft 4.0 sei keine Vision, sondern heute schon Realität und für kleine und mittlere Betriebe immer erschwinglicher. Doch dazu werde der Zugang über Glasfaser und 5G-Mobilnetze bis auf die Hofstelle und den Acker benötigt.

Rukwied ging in seiner Grundsatzrede auch auf die Entwicklung Europas und der EU-Agrarpolitik ein. „Europa hat nur dann eine Zukunft, wenn die Menschen eine wirtschaftlich gesicherte Zukunft haben. Deshalb sollte der EU-Haushalt von den Mitgliedsländern wieder mehr als ein Prozent des Bruttonationaleinkommens wie augenblicklich erhalten. Da Europa stark ländlich geprägt ist, sei die EU angesichts ihrer fragilen Lage gut beraten, auch weiterhin Geld in die Landwirtschaft zu investieren. Die Gemeinsame Agrarpolitik muss auch nach dem Jahr 2020 Grundbestandteil europäischer Politik bleiben“, forderte Rukwied. Deshalb werde ein stabiles Budget für beide Säulen der EU-Agrarpolitik gefordert. „Der Brexit darf nicht für Einschnitte an der GAP missbraucht werden“, mahnte der Bauernpräsident. Absicherung der wirtschaftlichen Stabilität im ländlichen Raum, die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und eines Ausgleichs für gesellschaftliche Leistungen seien nach wie vor zentrale Ziele der GAP. Neue Herausforderungen kämen hinzu: Klimawandel, mehr Öko-Effizienz und Umweltleistungen, Förderung von Investitionen, Forschung und Innovationen, für die die EU-Agrarpolitik weiterentwickelt werden müsste.

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Kontinuierliche Veränderung sichert Erfolg der Landwirtschaft

Eröffnungs-Pressekonferenz zum Deutschen Bauerntag 2017 in Berlin

„Stillstand ist für uns Landwirte noch nie eine Option gewesen. Veränderungsbereitschaft und Weiterentwicklung sind die Grundlage bäuerlich-unternehmerischen Selbstverständnisses und haben maßgeblich zum Erfolg der deutschen Landwirtschaft beigetragen.“ Das konstatierte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, bei der Pressekonferenz am Vortag des Deutschen Bauerntages igrab_pic_chris.phpn Berlin. Diesem Grundsatz folgend suche die Landwirtschaft selbst nach Lösungen, damit sie in der Mitte der Gesellschaft verankert bleibe. Dies dokumentiere, wie Rukwied betonte, das Papier „Veränderung gestalten“, das beim Deutschen Bauerntag in Erfurt 2015 verabschiedet und seither kontinuierlich weiterentwickelt worden sei. Als logische Konsequenz, wie der Bauernpräsident aufzeigte, laute das Motto des diesjährigen Deutschen Bauerntages „Gemeinsam Zukunft gestalten“. Der DBV erwarte rund 1.000 Teilnehmer, darunter 650 Delegierte der Landesbauernverbände. Sie seien angetreten, in der Mitgliederversammlung beim Bauerntag die Agenda anstehender Veränderungen weiterzuentwickeln und voranzubringen.

Veränderungen brauchen jedoch auch einen gesetzlichen Rahmen, der Planungssicherheit und wirtschaftliche Perspektiven bietet, mahnte Rukwied. Auch das sei zentrale Botschaft des Bauerntages und Arbeitsauftrag an die Politik. Neben einer Ansprache der Bundeskanzlerin, Reden von EU-Kommissar Günther Oettinger und Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt stehe daher eine Diskussion mit den Vertretern der politischen Parteien im Bundestag im Mittelpunkt des Bauerntages. Es gehe darum, die Positionen der Parteien zur Wirtschafts-, Agrar- und Verbraucherpolitik intensiv mit den Politikern zu diskutieren und mit den Kernanliegen des DBV für die nächste Legislaturperiode abzugleichen. „Wir erwarten von unseren hochkarätigen politischen Gästen nicht nur ein klares Bekenntnis zu einer Landwirtschaft in der Mitte der Gesellschaft. Vor allem hoffen wir auf wichtige Impulse für die Diskussionen um die Fortführung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) mit einem soliden Haushalt und einer starken ersten Säule als Herzstück der GAP. Zudem wünschen wir uns Impulse für eine nationale Nutztierhaltungsstrategie und das staatliche Tierwohllabel“, so Rukwied wörtlich.

Wichtig sei vor allem auch, in der Debatte über die GAP richtig mit dem Argument der öffentlichen Leistungen umzugehen, erklärte Rukwied. „In offenen Märkten sind auch unsere europäischen und deutschen Standards öffentliche Leistungen des Sektors Landwirtschaft, die einen Wert haben“, so Rukwied. „Wir stehen zu diesen Standards, aber wir müssen sie in der agrarpolitischen Diskussion angemessen berücksichtigen.“ Transparenz schaffe hier nun eine vom DBV beauftragte Studie von Professor Helmut Karl, Ruhr-Universität Bochum, und Dr. Steffen Noleppa der HFFA Humboldt Forum for Food and Agriculture Research GmbH. Erste Zwischenergebnisse beziffern die Kosten für die deutsche Landwirtschaft durch die Einhaltung von EU-Standards und zusätzlichen Auflagen in den Bereichen Gewässerschutz, Düngung, Pflanzenschutz, Tierhaltung, Cross Compliance und Greening auf eine Größenordnung von 4,6 Mrd. Euro. Rukwied wörtlich: „Diese Analyse zeigt letztlich auch, in welchem Umfang die Landwirtschaft öffentliche Güter bereitstellt.“ Die endgültigen Ergebnisse erwarte der DBV im Herbst.

Deutsche Bauern erwarten Getreideernte auf Vorjahresniveau

DBV-Pressemitteilung vom 03.07.17

Ertragspotenziale durch Wetterextreme verringert

(DBV) „Zum Erntebeginn sehen wir beim Zustand der Getreide- und Rapsbestände in Deutschland deutliche regionale Unterschiede. Der Deutsche Bauernverband erwartet eine Getreideernte von gut 45 Millionen Tonnen, die mengenmäßig knapp dem Vorjahr mit 45,4 Millionen Tonnen entsprechen wird. Der Durchschnitt der Ernten 2012 bis 2016 in Höhe von 47,9 Millionen Tonnen wird damit aber nicht erreicht.“ Dies erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, bei einem Pressegespräch zum Auftakt der Getreide- und Rapsernte. Der Auftakt zur Ernte fand in diesem Jahr in Eberdingen in der Nähe von Ludwigsburg in Baden-Württemberg statt. Die zuletzt heißen und trockenen Witterungsverhältnisse und der Starkregen in einigen Regionen bringen vor allem beim Weizen einige Unsicherheit bei der Schätzung der Getreideernte.

„Die Wintergerstenbestände sind durch die Trockenheit im Juni mit regional extrem hohen Temperaturen zügig abgereift. Letztendlich werden jedoch die ersten Druschergebnisse zeigen, inwieweit die teils extreme Juni-Witterung die Erträge und Qualitäten von Winterweizen, Winterraps und das Sommergetreide beeinflusst hat. Deshalb sind derzeit die Erwartungen unserer Bauern an die diesjährige Ernte eher zurückhaltend“, betonte der Bauernpräsident. „In weiten Teilen Deutschlands lassen sich Trockenschäden in den Beständen erkennen. Gerade der Winterweizen könnte zuletzt Ertragspotenzial und Qualität eingebüßt haben. Da der Winterweizen mit knapp 3,2 Millionen Hektar die wichtigste in Deutschland angebaute Getreideart ist, ist sein Ertrag ein maßgeblicher Faktor für das Gesamtergebnis der Getreideernte“, erläuterte Rukwied die jüngsten Sorgen der Landwirte. Der DBV erstellt seine Ernteprognose auf der Basis von Umfragen unter den 18 Landesbauernverbänden zu ihren aktuellen Ertragsschätzungen.

Die Getreideanbaufläche in Deutschland fällt mit 6,25 Millionen Hektar geringfügig kleiner aus als im Vorjahr (6,32 Millionen Hektar), weswegen die im Vergleich zur Vorjahresernte erwarteten leicht höheren Erträge von knapp 7,3 Tonnen pro Hektar nicht zu einer Steigerung der Gesamterntemenge führen werden.

Die in Deutschland im Anbau bedeutendste Ölpflanze ist Winterraps. Der DBV geht derzeit von einer Erntemenge von knapp 4,7 Millionen Tonnen aus. Die Ertragserwartungen liegen mit rund 3,6 Tonnen pro Hektar niedriger als der Fünfjahresdurchschnitt von 3,9 Tonnen pro Hektar. Ursachen hierfür sind ein regional erhöhter Krankheits- und Schädlingsdruck, der Kälteeinbruch mit Nachtfrösten im April, welcher die Rapsbestände in der Blüte traf, sowie die Trockenheit der letzten Wochen.

Naturgemäß sind die Ertragserwartungen in den einzelnen Regionen Deutschlands sehr unterschiedlich. Die Wasserversorgung war zum Ende des Frühjahrs in Norddeutschland (Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Teile von Schleswig-Holstein) weit weniger angespannt als in den übrigen Regionen Deutschlands. Insbesondere auf grundwasserfernen und leichten sandigen Standorten, die sich durch ein geringes Wasserhaltevermögen auszeichnen, traten Trockenschäden auf. Die Getreide- und Rapsbestände auf schwereren Böden profitierten dagegen von den höheren Wasservorräten. Die Niederschläge der vergangenen Woche haben die Wasserversorgung verbessert, andererseits jedoch die begonnene Wintergerstenernte unterbrochen. Auch die Wasserversorgung in den kommenden Monaten ist für die Landwirte von hoher Bedeutung. So hängt das Ertragspotenzial von Hackfrüchten wie Kartoffeln und Zuckerrüben, aber auch von Mais, der entweder als Silomais gehäckselt oder nach entsprechender Reifezeit als Körnermais gedroschen wird, maßgeblich von den Witterungsbedingungen in den Sommermonaten ab.

Die Trockenheit im Juni hat sich auch auf die Futtergewinnung ausgewirkt: Der in einigen Regionen geringe Aufwuchs auf den Grünlandstandorten bereitet den Landwirten Sorgen um ihre Futtervorräte. Die Niederschläge der vergangenen Woche waren für das Grünland und den Mais dringend notwendig.

Die aktuellen Getreidepreise gestalten sich für die Ackerbaubetriebe nur geringfügig besser als vor der Ernte des letzten Jahres. So erzielten Bauern ausgangs des Wirtschaftsjahres 2016/17 für eine Tonne Brotweizen alterntiger Ware 155 Euro (Juni 2016: 139 Euro pro Tonne). Die voraussichtlich höhere EU-Getreideernte wird es im neuen Wirtschaftsjahr 2017/18 zudem ermöglichen, dass sich die Europäische Union wieder stärker an den Exportmärkten engagiert. Im zu Ende gegangenen Wirtschaftsjahr 2016/17 sind die Exporte der EU-28 auf 23 Millionen Tonnen Weizen (- 26 Prozent gegenüber 2015/16) und rund 5 Millionen Tonnen Gerste (- 52 Prozent gegenüber 2015/16) zurückgegangen. Ursächlich hierfür waren die geringeren Erntemengen innerhalb der EU und der zeitweise höhere Eurokurs, der die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Ware verringert. Die Europäische Union fördert ihre Getreideausfuhren nicht mehr mit Exporterstattungen, da diese bereits vor Jahren abgeschafft wurden. Klimatisch weniger begünstigte Regionen sind auf die Lieferung von qualitativ hochwertigem Getreide aus der Europäischen Union angewiesen.

Die Grafiken zu den Ernteerwartungen unter www.bauernverband.de/ernteauftakt-2017

Bauernverband Hamburg feiert gelungenen 3. Bauerntag

Erster Bürgermeister Olaf Scholz gratuliert Ehrenpräsident Heinz Behrmann

Der dritte Hamburger Bauerntag war ein voller Erfolg. Bei herrlichstem Sonnenschein konnten die Organisatoren des Bauernverbandes Hamburg am 14.Juni 2017 neben den vielen eigenen Mitgliedern zahlreiche prominente Gäste begrüßen. Neben Gastredner Werner Schwarz (Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes) sind die Präsidenten Karsten Schmal (Hessischer Bauernverband), Detlef Kurreck (Bauernverband Mecklenburg- Vorpommern), Hilmer Garbade (Bremischer Bauernverband) sowie Vizepräsident Peter Lüschow (Bauernverband Schleswig-Holstein angereist. Zahlreiche Vorsitzende der benachbarten Kreisverbände aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein waren ebenso gekommen wie Vertreter aus der Politik, den Behörden und befreundeten Verbänden. Alle wollten vor allem eines – unserem langjährigen Präsidenten Heinz Behrmann die Ehre erweisen und gemeinsam mit Ihm seine Ernennung zum Ehrenpräsidenten feiern.

Bauernverband Hamburg © Andre Poling

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Der Besuch des Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg wurde dabei als besondere Ehre und Zeichen seiner Anerkennung für die Leistungen der Hamburger Landwirtschaft und seines Verbandes empfunden. Dies war mittlerweile das dritte Treffen des BVHH mit dem Ersten Bürgermeister innerhalb eines Jahres. Das Olaf Scholz ausgerechnet am Tag des Hamburger Bauerntages seinen 59sten Geburtstag feierte, wurde typisch hanseatisch auf charmante Art nur so ganz nebenbei zur Kenntnis genommen.

Bauernverband Hamburg © Andre Poling

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Bauernverband Hamburg © Andre Poling

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Trotz der langen Liste der vortragenden Redner wurde der Abend von allen Gästen und Besuchern durchweg als äußerst kurzweilig empfunden.

Bauernverband Hamburg © Andre Poling

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Die Moderation des Bauerntages übernahm Geschäftsführer Dr. Carsten Bargmann, der auf humorvolle und kurzweilige Art durch den Abend führte.

 

 

 

 

 

Bürgermeister Olaf Scholz betonte in seinem Grußwort die Leistungen seiner Agrarabteilung und das Bekenntnis der Stadt Hamburg zu seiner Landwirtschaft:  „Hamburg braucht seine Landwirtschaft, Hamburg steht zu seiner Landwirtschaft“.

 

Bauernverband Hamburg © Andre Poling

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Bischöfin Kerstin Fehrs betonte in ihrem begeistert vorgetragenen Grußwort die Bedeutung der Bauern für die Sicherstellung qualitativ hochwertiger und so vielfältiger Nahrungsmittel. Sowohl Angela Becker, 1. Vorsitzende des Hamburger Landfrauenverbandes als auch Andreas Kröger, Präsident der Landwirtschaftskammer fanden die richtigen Worte und lobten vor allem die hervorragenden Leistungen, die Heinz Behrmann während seiner Präsidentschaft für den Berufsstand erbracht hat.

 

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Bauernverband Hamburg © Andre Poling

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Großen Dank und Respekt sprach auch Präsident Martin Lüdeke seinem Vorgänger Heinz Behrmann aus. In seinem äußerst unterhaltsam vorgetragenen Grußwort brachte Martin Lüdeke mit der einen oder anderen Anekdote aus der gemeinsamen Vorstandsarbeit den Saal zum Lachen. So erzählte er von einem „BUS“-Rhetorik-Seminar, in dem jeder Teilnehmer 3 Minuten aus dem Steggreif einen Vortrag über ein per Los gezogenes Thema halten musste. Martin Lüdeke wird es nie vergessen, wie Heinz Behrmann das Los „Italienische Schuhe“ gezogen hat und dann spontan 10 Minuten ohne Unterbrechung über dieses Thema referieren konnte.

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Werner Schwarz erinnerte in seinem Grußwort daran, welche Leistungen Heinz Behrmann auch auf nationaler Ebene für den Deutschen Bauernverband erbracht hat. In seiner achtjährigen Präsidentschaft sind die Verbände in Schleswig-Holstein und Hamburg eng aneinandergerückt. Beide profitieren bis heute sehr stark davon.

Bauernverband Hamburg © Andre Poling

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Ein sichtlich gerührter Heinz Behrmann hat in seinem Dankeswort noch einmal einen eindrucksvollen Rückblick auf die Zeit seiner Präsidentschaft geworfen. Neben dem Dank an alle Vorstands- und auch die Berufskollegen hat er noch einmal seinen persönlichen Dank an seine Ehefrau Meike sowie seine Kinder für die stete Unterstützung ausgesprochen.

Bauernverband Hamburg © Andre Poling

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Zur tollen Atmosphäre des Bauerntages passte das anschließende Tischgebet und die Segnung durch die Bischöfin Kerstin Fehrs. Angesteckt durch die gute Stimmung ließ sie es sich nicht nehmen, gemeinsam mit allen Gästen und Besuchern einen gemeinsamen Kanon anzustimmen.

Bauernverband Hamburg © Andre Poling

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Das gemeinsame Abendessen hat allen Gästen gut gemundet. Trotz einer langen Schlange vor dem Buffet ging es doch recht flott voran. Viele nutzen die Zeit für ein informatives Gespräch mit den zahlreichen Firmen, die ihre Informationsstände auf dem Gelände errichtet haben. Beeindruckend war auch die Ausstellung neuester und modernster Traktoren und Anbaugeräte auf dem Außengelände des Brennerhofes. Die ausstellenden Firmen unterstützen den Hamburger Bauerntag auch finanziell. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle Sponsoren.

Nach dem leckeren Essen hielt Werner Schwarz einen topaktuellen Vortrag zu den derzeit aktuellsten Themen der Landwirtschaft. Unter dem Leitsatz „Wegducken geht nicht“ sprach Werner Schwarz brandaktuelle Themen wie Tierwohl, Pflanzenschutz, Öffentlichkeitsarbeit, Imagepflege an und zeigt Lösungen auf, wie sich die Landwirtschaft dem stellen sollte.

Bauernverband Hamburg © Andre Poling

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Den offiziellen Teil des Abends beendete Anja Siemers vom Vorstand des BVHH mit einer sehr persönlichen Dankesrede an Heinz Behrmann.

Bauernverband Hamburg © Andre Poling

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Einen Sonderapplaus erhielt das Serviceteam des Bauernverbandes Hamburg. Unter Leitung des Vorstandes Mathias habe die Töchter und Söhne aus den eigenen Reihen des Bauernverbandes den Getränkeservice an diesem Abend gekonnt und äußerst professionell übernommen.

Es ist weit nach Mitternacht geworden, bis die letzten Gäste gegangen. Alle waren sich einig, dass der 3. Hamburger Bauerntag eine erfolgreiche Veranstaltung und äußerst würdige Verabschiedung unsere Ehrenpräsident Heinz Behrmann war. Der Bauernverband Hamburg hofft, dass Heinz Behrmann uns auch zukünftig mit seiner Erfahrung und seinem Rat zur Seite stehen wird

EU-Parlament erkennt Leistungen der Land- und Forstwirtschaft beim Klimaschutz an

DBV Pressemitteilung vom 15.06.17

Bauernverband zur Abstimmung im EU-Parlament zum Klimaschutz

„Die Abstimmung des EU-Parlaments zum Klimaschutz ab 2020 am 14. Juni 2017 bestätigt die im Pariser Klimaabkommen verankerte Sonderrolle der Landwirtschaft für die Ernährungssicherung. Gleichzeitig wird die Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft bei der Bindung von Treibhausgasen anerkannt. Zwar ist die tatsächliche Leistung des Sektors deutlich höher als vom EU-Parlament zugestanden, wichtig ist aber, dass erstmals die Leistungen in der Bindung von Kohlendioxid in Böden und Wäldern in der Klimapolitik angerechnet werden.“ So reagierte der Deutsche Bauernverband (DBV) auf die Abstimmung des EU-Parlaments zur Regelung des Klimaschutzes in den Sektoren Landwirtschaft, Gebäude, Abfall und Verkehr ab 2020.

Die Europaabgeordneten votierten dafür, künftig die Bindung von Treibhausgasen durch land- und forstwirtschaftliche Flächen bis zu einer Höhe von insgesamt 280 Mio. t CO2-Äquivalent auf die Klimaziele der EU anrechnen zu können. Diese Einbeziehung in die Klimapolitik sei ein wichtiger Schritt hin zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, indem eine Balance zwischen Treibhausgasemissionen und -senken bis zur zweiten Hälfte des Jahrhunderts angestrebt werde, betonte der DBV. Das EU-Parlament hält daran fest, dass der Klimaschutz die Ernährungssicherung nicht gefährden darf. Auch die Anpassungen an die negativen Folgen des Klimawandels sind zu verstärken.

„EU braucht auch in Zukunft starken Agrarhaushalt“

Pressemitteilung DBv vom 15.06.17

Rukwied trifft EU-Haushaltskommissar Oettinger in Brüssel

„Der Brexit darf nicht einseitig aus dem EU-Agrarhaushalt finanziert werden. Angesichts der Aufgabenfülle muss das Budget für die EU-Agrarpolitik in der Haushaltsperiode 2021 bis 2027 nominal stabil bleiben.“ Dies erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, gegenüber EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger in Brüssel. Auch für die Bürger der EU sei diese Agrarpolitik von großem Nutzen: Mit 32 Cent pro Bürger und Tag würden gesunde Nahrungsmittel, hohe Standards in der Lebensmittelsicherheit, im Umwelt- und Tierschutz sowie intakte, vielfältige Kulturlandschaften und ländliche Räume ermöglicht, betonte Rukwied. Laut einer Eurobarometer-Umfrage spreche sich eine überwältigende Mehrheit der EU-Bürger dafür aus, die Ausgaben für die EU-Agrarpolitik nicht abzusenken.

Die scheinbare Agrarlastigkeit des EU-Haushaltes hat für den DBV seine guten Gründe: Die EU-Agrarpolitik ist nach wie vor der einzige Politikbereich der EU, der voll gemeinschaftlich finanziert wird. Insgesamt machen die Ausgaben für die GAP weniger als 1 Prozent der öffentlichen Gesamtausgaben in der EU aus. Der Anteil der 1. Säule am Gesamtbudget der EU sinkt kontinuierlich und beträgt in der laufenden Haushaltsperiode 28 Prozent, im Jahr 2020 sogar nur noch 26 Prozent. Die Direktzahlungen der 1. Säule sind nach Ansicht des DBV aber eine unabdingbare Einkommensstützung und zudem ein effizientes und relativ einfach umsetzbares System der Risikoabsicherung für die europäische Landwirtschaft. Aufgrund neuer Herausforderungen wie im Klimaschutz, beim Wassermanagement, zur Verbesserung der Biodiversität und der Tierhaltung sowie zur Innovationsförderung und digitalen Entwicklung muss auch die 2. Säule der EU-Agrarpolitik weiterhin finanziell gut ausgestattet bleiben.

 

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„Pflanzenkäse“ darf nicht als Käse vermarktet werden

Pressemitteilung DBV vom 14.06.17

DBV begrüßt EuGH-Urteil

Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßt das heute vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg verkündete Urteil, wonach vegane Produkte nicht unter dem Namen „Käse“ oder „Butter“ verkauft werden dürfen. Die EU-Richter verwiesen nach Medienberichten auf Regelungen im europäischen Recht. Danach genießen natürliche Milchprodukte einen eindeutigen Bezeichnungsschutz.

Der EuGH hat die Entscheidung des Landgerichts Trier vom 24. März 2016 bestätigt, wonach vegane bzw. bestimmte vegetarische Lebensmittel nicht als „Käse“ oder „Cheese“ bezeichnet werden dürfen. Der DBV kritisierte in der Vergangenheit die Praxis einiger Lebensmittelverarbeiter, ein nicht auf Milch basierendes Lebensmittel als „Käse“ zu bezeichnen, obwohl der gesetzliche Bezeichnungsschutz für Milch und Milchprodukte eindeutig ist, aufs Schärfste und forderte die Lebensmittelverarbeiter zu einer geänderten Bezeichnung ihrer Produkte auf. Der EuGH bestätigt die Rechtsauffassung des DBV.

Da es für Fleisch- und Wurstprodukte bisher an einem vergleichbaren Bezeichnungsschutz fehlt und zunehmend vegetarischer und veganer Fleisch- und Wurstersatz mit Begriffen wie Schinken oder Schnitzel auf den Markt kommen, fordert der DBV vom Gesetzgeber hier eine Nachschärfung der Regelungen und ein eindeutiges Bekenntnis zum Original.

„Keine Panikmache in Sachen Trinkwasser“

Pressemitteilung DBV vom 12.06.17

DBV verweist auf Weiterentwicklungen bei der Senkung von Nitrateinträgen

Kein Verständnis für die jüngsten Äußerungen des Umweltbundesamtes zur Nitratbelastung des Grundwassers und zu einem damit verbundenen Ansteigen des Trinkwasserpreises äußerte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, heute in Interviews mit der Deutschen Presseagentur dpa und im Morgenmagazin des Deutschlandfunks.

„Einige Diskussionsteilnehmer waren in den vergangenen sechs Monaten offenbar offline und haben politische Entscheidungen und die Zahlen des Nitratberichts 2016 ausgeblendet“, kritisierte Krüsken im Deutschlandfunk. Der Nitratbericht der Bundesregierung belege deutlich, dass „wir zwar in einigen Regionen an der Nitratbelastung im Grundwasser arbeiten müssen. Es ist aber keine Tendenz erkennbar, dass die Qualität des Grundwassers in Deutschland immer schlechter werde“. Im Gegenteil, immer mehr Messstellen wiesen geringere Nitratgehalte im Grundwasser auf. Deshalb gehe man davon aus, dass Wasserversorger weiterhin keine massiven und zusätzlichen Investitionen in die Aufbereitung tätigen müssten. Wichtiger sei allerdings die neue Dünge-Verordnung, die erhebliche Verschärfungen bringe, aber auch zu einer weiteren Senkung der Nitrateinträge führen werde.

Gegenüber dpa sprach Krüsken von „Panikmache und ungerechtfertigter Verunsicherung der Verbraucher“ durch die Aussagen des Umweltbundesamtes und einiger Umweltorganisationen. Nach dem Bericht der EU-Umweltagentur ist das Grundwasser in 82 Prozent der über 1200 Messstellen in Deutschland in Ordnung. An der Lösung der Problemfälle müssten und würden Landwirtschaft und Wasserwirtschaft kooperativ arbeiten. Auch in Regionen mit hoher Viehdichte würden die Landwirte ihrer umweltpolitischen Verantwortung gerecht werden. Beispielsweise wurde an den Trinkwasserentnahmestellen in Niedersachsen im Rohwasser durchschnittlich 5 mg Nitrat pro Liter gemessen. Dies seien 10 Prozent des Grenzwertes von 50 mg Nitrat/Liter, wie der Bericht des Niedersächsischen Landesbetriebs Wasserwirtschaft über die Trinkwasserschutzkooperationen darlege.

Mit der neuen Dünge-Verordnung sei in der vergangenen Woche „die wohl weitreichendste Überarbeitung der düngerechtlichen Vorschriften der letzten 20 Jahre“ in Kraft getreten, so Krüsken. Die damit verbundenen Beschränkungen und Verbote seien einschneidend für den Landwirt und seine künftige Düngung und würden einen signifikanten Beitrag zur Verringerung der Nitrateinträge ins Grundwasser leisten, erklärte Krüsken gegenüber dpa und im Deutschlandfunk.

 

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Ausbildungszahlen für die „Grünen Berufe“ bundesweit leicht gestiegen

Pressemitteilung DBV vom 12.06.17

Aktivitäten zur Berufsinformation und Nachwuchswerbung mit positiver Auswirkung

Im laufenden Ausbildungsjahr 2016/2017 (Stichtag 31.12.2016) sind die Ausbildungszahlen in den Grünen Berufen mit 13.582 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge (+0,9 Prozent im Vorjahresvergleich) leicht gestiegen. In Westdeutschland registrierten die zuständigen Stellen in einer aktuellen Zwischenerhebung 11.090 Neuverträgen (+3,6 Prozent), während sich die Neuverträge in Ostdeutschland mit 2.492 Neuverträgen (-9,2 Prozent) negativ entwickeln. Nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) trägt die teilweise schwierige konjunkturelle Entwicklung vor allem in den tierhaltenden Betrieben in den vergangenen Jahren zum Rückgang bei.

 

Im Beruf Landwirt/in gab es bundesweit 4.093 Neuverträge (-3,5 Prozent), davon 3.233 (+/-0 Prozent) in Westdeutschland und 860 (-13 Prozent) in Ostdeutschland. Weiter deutlich rückläufig sind die Ausbildungszahlen im Beruf Tierwirt/in mit insgesamt 332 (-17 Prozent) Neuverträgen, davon 85 (+13 Prozent) im Westen und 247 (-24 Prozent) im Osten. Besonders stark fiel hier die Entwicklung für die Fachrichtung Rinderhaltung mit 205 Neuverträgen aus (-28 Prozent). Im Beruf Fachkraft Agrarservice zeichnete sich mit 280 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen ein moderater Rückgang gegenüber dem Vorjahr ab (-3,5 Prozent) wohingegen sich der 2013 neu geschaffene Beruf Pflanzentechnologe/-technologin mit insgesamt 36 hauptsächlich im norddeutschen Bereich abgeschlossenen Ausbildungsverträgen stabil entwickelte.

 

Entgegen der bundesweiten Gesamtentwicklung in allen dualen Ausbildungsberufen mit insgesamt 520.300 Neuverträgen (-0,4 Prozent) entwickelt sich die Ausbildung in den „Grünen Berufen“ trotz der weiter rückläufigen demographischen Entwicklung positiv. Nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes wirken sich die laufenden Aktivitäten zur Berufsinformation und Nachwuchswerbung für die landwirtschaftlichen Berufe positiv auf die Ausbildungssituation in den Grünen Berufen aus.