Deutsche Bauern erwarten Getreideernte auf Vorjahresniveau

DBV-Pressemitteilung vom 03.07.17

Ertragspotenziale durch Wetterextreme verringert

(DBV) „Zum Erntebeginn sehen wir beim Zustand der Getreide- und Rapsbestände in Deutschland deutliche regionale Unterschiede. Der Deutsche Bauernverband erwartet eine Getreideernte von gut 45 Millionen Tonnen, die mengenmäßig knapp dem Vorjahr mit 45,4 Millionen Tonnen entsprechen wird. Der Durchschnitt der Ernten 2012 bis 2016 in Höhe von 47,9 Millionen Tonnen wird damit aber nicht erreicht.“ Dies erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, bei einem Pressegespräch zum Auftakt der Getreide- und Rapsernte. Der Auftakt zur Ernte fand in diesem Jahr in Eberdingen in der Nähe von Ludwigsburg in Baden-Württemberg statt. Die zuletzt heißen und trockenen Witterungsverhältnisse und der Starkregen in einigen Regionen bringen vor allem beim Weizen einige Unsicherheit bei der Schätzung der Getreideernte.

„Die Wintergerstenbestände sind durch die Trockenheit im Juni mit regional extrem hohen Temperaturen zügig abgereift. Letztendlich werden jedoch die ersten Druschergebnisse zeigen, inwieweit die teils extreme Juni-Witterung die Erträge und Qualitäten von Winterweizen, Winterraps und das Sommergetreide beeinflusst hat. Deshalb sind derzeit die Erwartungen unserer Bauern an die diesjährige Ernte eher zurückhaltend“, betonte der Bauernpräsident. „In weiten Teilen Deutschlands lassen sich Trockenschäden in den Beständen erkennen. Gerade der Winterweizen könnte zuletzt Ertragspotenzial und Qualität eingebüßt haben. Da der Winterweizen mit knapp 3,2 Millionen Hektar die wichtigste in Deutschland angebaute Getreideart ist, ist sein Ertrag ein maßgeblicher Faktor für das Gesamtergebnis der Getreideernte“, erläuterte Rukwied die jüngsten Sorgen der Landwirte. Der DBV erstellt seine Ernteprognose auf der Basis von Umfragen unter den 18 Landesbauernverbänden zu ihren aktuellen Ertragsschätzungen.

Die Getreideanbaufläche in Deutschland fällt mit 6,25 Millionen Hektar geringfügig kleiner aus als im Vorjahr (6,32 Millionen Hektar), weswegen die im Vergleich zur Vorjahresernte erwarteten leicht höheren Erträge von knapp 7,3 Tonnen pro Hektar nicht zu einer Steigerung der Gesamterntemenge führen werden.

Die in Deutschland im Anbau bedeutendste Ölpflanze ist Winterraps. Der DBV geht derzeit von einer Erntemenge von knapp 4,7 Millionen Tonnen aus. Die Ertragserwartungen liegen mit rund 3,6 Tonnen pro Hektar niedriger als der Fünfjahresdurchschnitt von 3,9 Tonnen pro Hektar. Ursachen hierfür sind ein regional erhöhter Krankheits- und Schädlingsdruck, der Kälteeinbruch mit Nachtfrösten im April, welcher die Rapsbestände in der Blüte traf, sowie die Trockenheit der letzten Wochen.

Naturgemäß sind die Ertragserwartungen in den einzelnen Regionen Deutschlands sehr unterschiedlich. Die Wasserversorgung war zum Ende des Frühjahrs in Norddeutschland (Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Teile von Schleswig-Holstein) weit weniger angespannt als in den übrigen Regionen Deutschlands. Insbesondere auf grundwasserfernen und leichten sandigen Standorten, die sich durch ein geringes Wasserhaltevermögen auszeichnen, traten Trockenschäden auf. Die Getreide- und Rapsbestände auf schwereren Böden profitierten dagegen von den höheren Wasservorräten. Die Niederschläge der vergangenen Woche haben die Wasserversorgung verbessert, andererseits jedoch die begonnene Wintergerstenernte unterbrochen. Auch die Wasserversorgung in den kommenden Monaten ist für die Landwirte von hoher Bedeutung. So hängt das Ertragspotenzial von Hackfrüchten wie Kartoffeln und Zuckerrüben, aber auch von Mais, der entweder als Silomais gehäckselt oder nach entsprechender Reifezeit als Körnermais gedroschen wird, maßgeblich von den Witterungsbedingungen in den Sommermonaten ab.

Die Trockenheit im Juni hat sich auch auf die Futtergewinnung ausgewirkt: Der in einigen Regionen geringe Aufwuchs auf den Grünlandstandorten bereitet den Landwirten Sorgen um ihre Futtervorräte. Die Niederschläge der vergangenen Woche waren für das Grünland und den Mais dringend notwendig.

Die aktuellen Getreidepreise gestalten sich für die Ackerbaubetriebe nur geringfügig besser als vor der Ernte des letzten Jahres. So erzielten Bauern ausgangs des Wirtschaftsjahres 2016/17 für eine Tonne Brotweizen alterntiger Ware 155 Euro (Juni 2016: 139 Euro pro Tonne). Die voraussichtlich höhere EU-Getreideernte wird es im neuen Wirtschaftsjahr 2017/18 zudem ermöglichen, dass sich die Europäische Union wieder stärker an den Exportmärkten engagiert. Im zu Ende gegangenen Wirtschaftsjahr 2016/17 sind die Exporte der EU-28 auf 23 Millionen Tonnen Weizen (- 26 Prozent gegenüber 2015/16) und rund 5 Millionen Tonnen Gerste (- 52 Prozent gegenüber 2015/16) zurückgegangen. Ursächlich hierfür waren die geringeren Erntemengen innerhalb der EU und der zeitweise höhere Eurokurs, der die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Ware verringert. Die Europäische Union fördert ihre Getreideausfuhren nicht mehr mit Exporterstattungen, da diese bereits vor Jahren abgeschafft wurden. Klimatisch weniger begünstigte Regionen sind auf die Lieferung von qualitativ hochwertigem Getreide aus der Europäischen Union angewiesen.

Die Grafiken zu den Ernteerwartungen unter www.bauernverband.de/ernteauftakt-2017

Sachgerechter Pflanzenschutz braucht mehr als Parolen und Populismus

DBV-Pressemitteilung vom 23.05.17

DBV-Vizepräsident Vogel fordert Innovation und Forschung im Pflanzenschutz

(DBV) „Pauschale Feindbilder und platte Vergiftungsvorwürfe bringen die Diskussion um einen sachgerechten und nachhaltigen Pflanzenschutz nicht weiter“, betonte Wolfgang Vogel, Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), am Rande der DBV-Ackerbautagung. Vogel wies die Kritiker darauf hin, dass gesunde Pflanzen nicht allein durch chemischen Pflanzenschutz erhalten werden, sondern durch eine intelligente Kombination von Pflanzenschutzmitteln, Anbauverfahren, Pflanzenzüchtung, Sortenwahl und der richtigen Bestandsführung. „Hierzu brauchen wir Innovation und Forschung und die Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel ebenso wie alternative Verfahren. Mit dem Aufwärmen von uralten, immer widerlegten Vorschlägen und dem Transportieren von Ressentiments werde aber keinem Ackerbauern geholfen“, kritisierte Vogel.

„Der häufig gemachte Vorschlag, auf Pflanzenschutzmittel eine Abgabe zu erheben, widerspricht den Erfahrungen aus anderen Ländern. Dort hatte eine Steuer oder Abgabe auf Pflanzenschutzmittel zwar zur deutlichen Verteuerung der Betriebsmittel und damit der Produktion von Lebensmitteln geführt, die angestrebte Lenkungswirkung und Mengenreduzierung blieb aber aus“, stellte Vogel klar. Wer eine Steuer oder Abgabe auf Pflanzenschutzmittel befürworte, mache den Denkfehler, dass Landwirte Pflanzenschutzmittel unbegründet oder wegen günstiger Preise einsetzen würden. Pflanzenschutzmittel würden aber nach dem Grundsatz „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“ zur Gesunderhaltung der Pflanzen sowie zur Sicherung von Ernten und deren Qualität eingesetzt. Deshalb würde sich eine Verringerung der Wirkstoffe aufgrund staatlicher Lenkung auch kontraproduktiv auf die Umwelt auswirken: Erhöhter Mengenverbrauch an verbleibenden Pflanzenschutzmitteln mit stärkerer Bildung von Resistenzen wären die Folge, stellte Vogel fest.

In der politischen und öffentlichen Diskussion über den Pflanzenschutz werde immer ausgeblendet, dass der Landwirt sachkundig sein muss, wenn er Pflanzenschutzmittel unter bestimmten Anwendungsbestimmungen anwendet, die zuvor von staatlichen Behörden nach einem strengen, langjährigen Prüfungsverfahren auf wissenschaftlicher Grundlage zugelassen wurden. Auch die Landwirtschaft steht zu einem strengen Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln auf wissenschaftlicher Basis zum Schutz von Umwelt, Verbrauchern und Anwendern. Es sei unverantwortliche Angstmacherei, wenn dies verleugnet werde und vom „Vergiften der Gesundheit der Verbraucher und der Lebensgrundlage“ durch den chemischen Pflanzenschutz gesprochen werde. Richtig sei vielmehr, dass die staatlichen Kontrollen den Lebensmitteln aus heimischer Herkunft eine hervorragende Qualität attestierten. Es sei zudem eine unehrliche Diskussion, den Einsatz von „chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln“ zu verdammen, gleichzeitig aber den Einsatz von Schwermetallen als Pflanzenschutzmittel zu befürworten.

Vogel betonte zudem, dass die vielfältigen Aktivitäten der Bauern, einen positiven Beitrag zur Biodiversität wie über das Greening der europäischen Agrarpolitik zu leisten, nicht ignoriert werden dürften. Über freiwillige Agrarumweltprogramme, Vertragsnaturschutz und darüber hinaus gehende Initiativen unter anderem über Blüh- und Pufferstreifen, Brachen, Zwischenfrüchte, Lerchenfenster und Nisthilfen werde die Biodiversität in Agrarlandschaften verbessert“, betonte Vogel.

„Der Ackerbau muss sich weiterentwickeln“

DBV-Pressemitteilung vom 23.05.17
Vogel

DBV-Vizepräsident Vogel eröffnete die 5. Ackerbautagung des DBV

(DBV) „Wir müssen auch im Ackerbau verändern und weiterentwickeln, um leistungs- und wettbewerbsfähig zu bleiben.“ Die erklärte der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Wolfgang Vogel, auf der 5. Ackerbautagung des DBV. Vogel sprach die neue Düngeverordnung an, die den Pflanzenbau verändere sowie die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, neue Züchtungsmethoden und den Schutz des geistigen Eigentums.

Die neuen Züchtungsmethoden ermöglichten mit hoher Präzision „kleine Bausteine im Erbgut“ gezielt zu verändern ohne dabei Fremdgene einzusetzen. Dies sei keine Gentechnik, die auf deutschen Feldern nicht genutzt werde, sondern eine Möglichkeit, neue Sorten den Anforderungen entsprechend zielorientiert und zeitlich überschaubar zu züchten. „Wir sollten die Chancen erkennen, dabei nicht das Risiko verneinen und in der Bewertung ideologiefrei bleiben“, riet Vogel.

Im Hinblick auf das Problem der nicht fristgerechten Zulassung neuer Pflanzenschutzmittel forderte Vogel die Einrichtung einer Bewertungs- und Zulassungsbehörde in Deutschland, die ergebnisorientiert fachlich und nicht politisch arbeite. „Die Entwicklung und Zulassung neuer Wirkstoffe wird über die Zukunft des Ackerbaus in unserem Land entscheiden. Wir brauchen neue Wirkstoffe, um Wirksamkeit zu erhalten und Resistenzen zu verhindern“, appellierte Vogel. An die Ackerbauern gewandt, betonte er, dass es im Umgang mit dem chemischen Pflanzenschutz nicht automatisch ein „weiter so“ geben könne. Vielmehr sei zur Gesunderhaltung der Pflanzen ein Bündel an ackerbaulichen Maßnahmen zu ergreifen, angefangen bei Fruchtfolgen und Bodenbearbeitung.

Ernte 2016: Enttäuschende Erträge, rückläufige Preise

Pressemeldungen  | 03.08.2016

2. DBV-Erntebericht: Unbeständige Witterung behindert den Fortgang der Erntearbeiten

Die deutschen Bauern sind über den geringen Erntefortschritt in den vergangenen Tagen und Wochen sehr besorgt. Häufige Niederschläge verhindern eine kontinuierliche Fortsetzung der Ernte des reifen Getreides deutschlandweit. Zwar konnte die Ernte der Wintergerste bis auf einige Restflächen beendet werden und auch der Winterraps ist zu drei Viertel der Anbaufläche geerntet. Die Ernte von Winterweizen und Roggen gestaltet sich wegen der unbeständigen Witterungsbedingungen in diesem Jahr jedoch schwierig. Um das Getreide möglichst trocken und ohne weitere Ertrags- und Qualitätsverluste einbringen zu können, warten die Landwirte dringend auf längere sonnige Abschnitte. Dies geht aus dem zweiten Erntebericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor, der sich auf Meldungen aus den 18 Landesbauern-verbänden über die tatsächlich geernteten Flächen und Mengen stützt.

Die bisherigen Ergebnisse der Getreide- und Winterrapsernte fallen im Vergleich zum Vorjahr enttäuschend aus. Zuvor war die Wasserversorgung in diesem Jahr in weiten Teilen Deutschlands ausreichend – im Westen und Südwesten Deutschlands sogar übermäßig, im Nordosten dagegen zu gering. Im Großen und Ganzen präsentierten sich die Feldbestände daher zunächst in einem vielversprechenden Zustand. Allerdings fehlte den Getreidekulturen bei den hohen Niederschlagsmengen in der ertragsbildenden Phase die notwendige Sonneneinstrahlung. In der Folge bildeten sich überwiegend kleine, leichte Körner, sodass die Ertragserwartungen nicht erfüllt werden und die Hektarerträge nahezu flächendeckend hinter das Vorjahresergebnis zurückfallen.

Die Getreideernte beginnt mit der Ernte der Wintergerste. Mittlerweile konnten hier die Erntearbeiten auch in den Küstenregionen annähernd abgeschlossen werden, sodass nur noch Restflächen in Höhenlagen zu beernten sind. Die sich anfänglich abzeichnenden Ertragsminderungen gegenüber dem Vorjahr bestätigten sich im weiteren Ernteverlauf. Verbreitet liegen die Ertragsminderungen im Bereich von 10 bis 20 Prozent, regional bis zu 35 Prozent im Vergleich zu 2015. Auf dem Vorjahresniveau liegende Erträge oder gar Ertragssteigerungen bleiben die Ausnahme. Im Bundesdurchschnitt liegen die Erträge der Wintergerste bei 6,7 Tonnen je Hektar (Vorjahr: 7,7 Tonnen je Hektar). Dies entspricht einer Ertragsminderung von knapp 13 Prozent. Durch die gegenüber dem letzten Jahr leichte Ausweitung der Anbaufläche auf 1,28 Millionen Hektar (+ 23.600 Hektar) beläuft sich die diesjährige Wintergerstenernte auf 8,6 Millionen Tonnen. Das Vorjahresergebnis von 9,6 Millionen Tonnen wird somit um gut 10 Prozent verfehlt, die langjährige Durchschnittsernte (2011 bis 2015) von 8,26 Millionen Tonnen wird aufgrund der überdurchschnittlichen Anbaufläche jedoch übertroffen.

Winterweizen ist die wichtigste in Deutschland angebaute Getreideart und steht zur Ernte 2016 auf einer Fläche von 3,14 Millionen Hektar (- 2,0 Prozent gegenüber Vorjahr). Aufgrund der unbeständigen Witterungsbedingungen ist die Weizenernte in einzelnen Regionen Deutschlands maximal erst zu einem Drittel abgeschlossen. Vielerorts hat die Weizenernte erst begonnen, weswegen Aussagen über die zu erzielenden Erträge noch mit großen Unsicherheiten behaftet sind. Es zeichnet sich jedoch ab, dass die Erträge bei Winterweizen ähnlich wie bei der Wintergerste verbreitet um 10 bis 20 Prozent unter dem Vorjahr liegen. Um die Qualität des Winterweizens erhalten zu können, hoffen die Landwirte darauf, die Erntearbeiten bei trockener Witterung wieder zügig aufnehmen zu können.

Die bedeutendsten Anbauregionen für Roggen sind die Bundesländer Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Von insgesamt gut 575.000 Hektar Roggen entfallen auf diese drei Bundesländer immerhin knapp 366.000 Hektar. Allerdings wurde der Roggen in diesen Regionen vielfach erst zu 20 Prozent bis maximal zu gut einem Drittel der Anbaufläche gedroschen. Erste Ergebnisse aus diesen Regionen lassen derzeit einen durchschnittlichen Roggenertrag erwarten. Der Roggenertrag lag im Bundesdurchschnitt der vergangenen fünf Jahre bei 5,5 Tonnen pro Hektar.

Die wichtigste in Deutschland angebaute Ölpflanze ist Winterraps. Zur Ernte 2016 wurde Winterraps auf einer Fläche von 1,33 Millionen Hektar und damit auf knapp 50.000 Hektar mehr als im vergangenen Jahr angebaut. Diese Fläche konnte noch nicht vollständig geerntet werden, derzeit bewegt sich der Erntefortschritt im Bereich von mehr als drei Viertel der Anbaufläche. Der häufige Befall mit Pilzkrankheiten und der hohe Schädlingsdruck reduzieren die Erträge deutlich. Hinzu kommen im wichtigsten Rapsanbaugebiet Mecklenburg-Vorpommern Auswinterungsschäden und eine sich anschließende Trockenheit. Dort ebenso wie in Schleswig-Holstein gehen die Hektarerträge daher um bis zu 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Im Durchschnitt des Bundesgebietes zeichnet sich ein Rapsertrag von 3,4 Tonnen pro Hektar ab. Im Vergleich zum fünfjährigen Durchschnitt entspricht dies einer Ertragsminderung um knapp 11 Prozent, in Relation zum Vorjahr von rund 13 Prozent. Die deutsche Rapsernte wird daher mit 4,5 Millionen Tonnen etwa 500.000 Tonnen niedriger ausfallen als im letzten Jahr.

Die deutschen Ackerbaubetriebe produzieren und vermarkten ihre Erzeugnisse in internationalisierten Getreidemärkten, die sich zudem durch intensive Handelsbewegungen auszeichnen. Dadurch wird die Preisbildung auf dem heimischen Markt stark von den Weltmärkten, aber nur wenig vom hierzulande bestehenden Angebot beeinflusst. Maßgeblich sind die Ernten in der gesamten Europäischen Union sowie in Russland, der Ukraine und den Vereinigten Staaten. Eine Weltweizenernte auf dem Rekordniveau von 738 Millionen Tonnen und hohe Lagerbestände führen zu einer äußerst komfortablen Versorgungssituation und folglich zu Preisdruck. Die Erzeugerpreise zur Ernte betragen verbreitet 105 Euro bis maximal 130 Euro pro Tonne Wintergerste (Vorjahr: 150 Euro pro Tonne) und 130 Euro bis 150 Euro pro Tonne Winterweizen (Vorjahr: 157 Euro bis 165 Euro pro Tonne). In Verbindung mit den deutlich geringeren Erntemengen führt dies zu einer zusehends angespannten wirtschaftlichen Lage der Betriebe. Hinzu kommen die Sorgen der Landwirte um mögliche Qualitätseinbußen bei dem noch zu erntenden Winterweizen.

Eine abschließende Bilanz der Ernte 2016 wird der Deutsche Bauernverband am 19. August vorlegen.

Debatte um Pflanzenschutz auf fachlicher Basis weiterführen

DBV zur Halbzeitbewertung des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz

„Mit dem Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz (NAP) zum nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist der richtige Weg eingeschlagen, um die Qualität pflanzlicher Produkte zu sichern und den Integrierten Pflanzenschutz weiterzuentwickeln.“ Dies betonte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, im Vorfeld des Workshops des Bundeslandwirtschaftsministeriums zur Halbzeitbewertung des Aktionsplans.

Der Aktionsplan unterstütze die Bestrebungen, mögliche Risiken beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln für Anwender, Verbraucher und Umwelt zu reduzieren und die Aufwandhöhe auf das notwendige Maß zu beschränken. „Die Landwirtschaft wird sich für eine Weiterentwicklung des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz einsetzen, erwartet aber, dass diese auf Basis von Fakten erfolgt“, hob Krüsken angesichts der emotionalen Debatte über Glyphosat hervor. Nachholbedarf bestehe beim NAP vor allem darin, den Nutzen des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln für die Qualität von Lebensmitteln und der Sicherung von Ernten herauszustellen.

Der DBV habe sich von Anfang an konstruktiv in die Diskussion zum Aktionsplan eingebracht, der sich die Umweltverbände leider entzogen hätten. „Dies ist im Sinne der Sache unverständlich. Wir fragen uns schon, warum man dieser notwendigen Debatte aus dem Weg geht“, so Krüsken. Positiv bewertete er das Projekt „Demonstrationsbetriebe Integrierter Pflanzenschutz“, in dem innovative Verfahren angewendet und als beispielgebend in der Landwirtschaft kommuniziert werden. Darüber hinaus habe sich erfreulicherweise beim Thema Puffer- und Randstreifen ein breites Bündnis für die Nutzung des Greening gebildet.

Aktuell mache sich besonders bei Ackerkulturen mit geringerem Anbauvolumen das Fehlen von Wirkstoffen und ganzer Wirkstoffgruppen dramatisch bemerkbar. Von dem Ziel des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz, in 80 Prozent aller relevanten Anwendungsgebiete mindestens drei Wirkstoffe zur Verfügung zu haben, sei man derzeit noch weit entfernt. Dazu seien dringend zusätzliche Anstrengungen notwendig. Das von Teilen der Politik und einigen Nichtregierungsorganisationen Infragestellen des Zulassungsverfahrens sei angesichts der weltweit vorbildlichen Standards in seiner pauschalen Art verantwortungslos und schüre ungerechtfertigte Ängste in der Gesellschaft.

DBV Pressemeldungen  | 14.06.2016

Glyphosat sichert Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft

Delegation des Europäischen Bauernverbandes bei EU-Gesundheitskommissar Andriukaitis

„Der Pflanzenschutzmittelwirkstoff Glyphosat ist ein Bestandteil des Integrierten Pflanzenschutzes und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. Diese trägt zur nachhaltigen Bewirtschaftung in der europäischen Landwirtschaft bei“, erklärten Landwirte aus mehreren europäischen Ländern im Gespräch mit EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis am 2. Juni 2016 in Brüssel.

 „Glyphosat ermöglicht mir, Zuckerrüben direkt nach einer Winterbegrünung anzubauen“, sagte Bernhard Conzen, Ackerbauer aus dem Kreis Heinsberg und Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes. „Durch die ständige Begrünung in den Wintermonaten wird die Bodenerosion verhindert. Außerdem spare ich 20 bis 30 Liter Treibstoff und 15 bis 18 Arbeitsstunden pro Hektar ein. Im Vergleich zu alternativen ackerbaulichen Methoden ist der Glyphosateinsatz also die bessere Alternative.“ Die Verwendung von Glyphosat ermögliche zudem eine minimale Bodenbearbeitung, so dass weniger CO2 aus den Böden freigesetzt werde.

 Für die Landwirte sei es unverständlich, dass das derzeitige europäische Wiederzulassungsverfahren des Wirkstoffes öffentlich so kontrovers diskutiert und politisch verzögert werde. Dabei hätten doch die zuständigen Fachgremien, die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Bundesinstitut für Risikobewertung, nach Auswertung der verfügbaren internationalen Studien Glyphosat als gesundheitlich unproblematisch eingestuft, betonte Conzen. Dies sei für die Anwender, die Landwirte, und die Verbraucher die entscheidende Aussage.

Pressemeldungen  | 03.06.2016

Keine neuen Erkenntnisse durch Glyphosat-Studie

Keine neuen Erkenntnisse durch Glyphosat-Studie

Bauernverband zur heutigen Pressekonferenz der Böll-Stiftung

Die Böll-Stiftung hat mit ihrer neuesten Studie zu Rückständen von Glyphosat im Urin keine neuen Ergebnisse präsentiert. Demnach wurden keine bislang unbekannten gesundheitsbedenklichen Konzentrationen im Urin der Testpersonen gefunden. Das betont der Deutsche Bauernverband (DBV) in einer ersten Reaktion auf die heutige Pressekonferenz der Böll-Stiftung. Der DBV verweist vor diesem Hintergrund nochmals auf die Einschätzungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zum Wirkstoff Glyphosat und appelliert an die Politik, Bewertungen auf sachlicher und wissenschaftlicher Basis zu fällen.

 

Laut DBV hat bereits 2013 eine Auswertung von 7 Untersuchungen aus den USA und Europa gezeigt, dass alle gemessenen Werte in einer Größenordnung lagen, die keine gesundheitliche Gefährdung bedeuteten.

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Rukwied: Öffentlichkeitsarbeit geht neue Wege

Kurzmitteilung

Rukwied: Öffentlichkeitsarbeit geht neue Wege

DBV stellt Bausteine für Kommunikationsoffensive vor

„Die deutschen Bauern leisten täglich gute Arbeit und gehen nicht nur auf dem Acker und im Stall neue Wege, sondern auch in ihrer Öffentlichkeitsarbeit. Unter dem Motto ‚Wir machen…‘ liefern wir dafür zusätzliche Bausteine“. Dies erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, bei der Vorstellung der neuen Kommunikationsoffensive in Berlin.

„Glyphosat-Diskussion mit belastbarer wissenschaftlicher Risikobewertung führen“

Kurzmitteilung

„Glyphosat-Diskussion mit belastbarer wissenschaftlicher Risikobewertung führen“

DBV verweist bei Bundestagsanhörung auf strenge Anwendungsregeln

„Die politische und öffentliche Diskussion über eine Verlängerung der Zulassung des Wirkstoffes Glyphosat kann nur auf der Grundlage einer abgesicherten und wissenschaftlichen Risikobewertung erfolgen. Die Abwägung und Bewertung wissenschaftlicher Daten, Erkenntnisse und Einschätzungen müssen vom Bundesinstitut für Risikobewertung in seiner Rolle als unabhängige Instanz vorgenommen werden.“ Dies forderte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, in der öffentlichen Anhörung des Deutschen Bundestages zur Zulassungsverlängerung von Glyphosat. „Die in Deutschland geltenden Anforderungen zum Einsatz dieses Wirkstoffes und zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Generellen stellen ein hohes Schutzniveau sicher. Ein Vergleich mit häufig zitierten Situationen in Drittländern mit extrem hohen Einsatzmengen ist daher nicht zulässig. Unsere Landwirte sind bestens ausgebildet, sachkundig und gehen verantwortungsvoll mit Pflanzenschutzmitteln um.“

Rukwied: „Landwirte nutzen breite Palette von Greening-Optionen“

Kurzmitteilung

Rukwied: „Landwirte nutzen breite Palette von Greening-Optionen“

Eiweißpflanzen, Brachen und Zwischenfrüchte sind Schwerpunkte

Die deutschen Bauern setzen die Greening-Beschlüsse aus der Reform der EU-Agrarpolitik des vergangenen Jahres erfolgreich um. Dies belegt die Auswertung über die von den Landwirten 2015 erstmals ergriffenen Greening-Maßnahmen, die der Deutsche Bauernverband (DBV) auf der Grundlage von Angaben seiner Landesverbände vorgenommen hat und die rund 90 Prozent der Ackerfläche Deutschlands erfasst.