Bauernverband begrüßt Einstieg in steuerliche Gewinnglättung

DBV-Pressemitteilung vom 01.12.16

Bundestag beschließt Unterstützungspaket

(DBV) Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die heute im Bundestag verabschiedete einkommensteuerliche Tarifglättung für landwirtschaftliche Einkünfte begrüßt. „Mit der Gewinnglättung setzt die Große Koalition ihre Ankündigung um, bäuerliche Betriebe auch steuerlich zu entlasten und so Liquidität in den Betrieben zu halten“, erklärte der Vorsitzende des Steuerpolitischen Ausschusses des DBV und Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes Bernhard Conzen.

Zu kritisieren sei allerdings, dass die Regelungen zur Gewinnglättung nicht auch juristischen Personen zugutekomme und auf neun Jahre befristet wurde. „Klima- und marktbedingte Schwankungen landwirtschaftlicher Erträge treffen unsere bäuerlichen Betriebe dauerhaft und unabhängig von der Rechtsform, in der sie betrieben werden“, so Conzen. Dennoch sei die Regelung ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. „Jetzt müssen auch die Länder ihrer Verantwortung gerecht werden und der im Milchmarktsondermaßnahmengesetz enthaltenen Steuerglättung am 16. Dezember im Bundesrat zustimmen!“. Conzen erinnerte daran, dass die Länder die Bundesregierung zuletzt im Sommer aufgefordert hatten, das betriebliche Risikomanagement in der Landwirtschaft steuerlich zu unterstützen.

Bundesagrarhaushalt 2017 setzt positive Zeichen für die Landwirtschaft

DBV-Pressemitteilung vom 24.11.16

Unterstützung muss rasch bei den Betrieben ankommen

(DBV) Der vom Bundestag am 24. November abschließend beratene Bundesagrarhaushalt (Einzelplan 10) für das Jahr 2017 beinhaltet aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) viele Elemente, die die Landwirtschaft in Deutschland unterstützen. Positiv bewertet der DBV den erhöhten Bundeszuschuss zur Unfallversicherung sowie die vorgesehenen speziellen Finanzhilfen für Milchviehhalter. Auch die deutliche Steigerung der Ausgaben für Forschung und Innovation, die Aufstockung der GAK-Mittel, der Ausbau des Anreizprogramms „Energieeffizienz in Landwirtschaft und Gartenbau“, des Bundesprogramms Ökolandbau sowie der hohe Mittelzuwachs für das Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BuLE) setzen Zeichen, die der landwirtschaftliche Berufsstand anerkennt. Ebenso begrüßt der DBV die Einführung eines Bürgschaftsprogramms zur Finanzierung von Betriebsmitteln.

Dringenden Handlungsbedarf sieht der DBV bei der Neuregelung für die steuerliche Gewinnglättung, für die bereits 50 Millionen Euro angesetzt sind. Die Große Koalition muss diese Lösung jetzt unverzüglich entscheiden und auf den Weg bringen, damit die geplante Entlastung auf den Betrieben auch tatsächlich zügig ankommt. Kritisch sieht der DBV auch die hohe „globale Minderausgabe“ von gut 57 Millionen Euro, die im Einzelplan 10 im Laufe des Jahres 2017 „erwirtschaftet“ werden müssen.

Zur Verbesserung der Liquidität in den Milchviehbetrieben stehen im Bundesagrarhaushalt 2017 58 Millionen Euro bereit, um die europäischen Hilfen in gleicher Höhe aufzustocken. Der DBV bedauert, dass diese Mittel an ein einzelbetriebliches Mengenregime gebunden sind und viel zu spät kommen. Die in diesem Jahr begonnene und in 2017 fortgesetzte Erweiterung des GAK-Förderspektrums erfordert entsprechend höhere Mittelansätze und darf nicht zu Lasten bestehender Maßnahmen gehen. Die für neue GAK-Maßnahmen vorgesehenen Mehrmittel in 2016 von 30 Millionen Euro und in 2017 von zusätzlichen 10 Millionen Euro sind daher aus DBV-Sicht ein wichtiger erster Schritt. Weitere Mittelaufstockungen sollten folgen.

Die Aufstockung des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BuLE) von bislang 10 auf 55 Millionen Euro in 2017 stellt hohe Erwartungen an die Umsetzung. Gefordert sind nun innovative Konzepte, Modelle und Vorhaben, die zur Attraktivität ländlicher Räume als Wirtschafts- und Lebensraum beitragen. Der „Experimentierkasten“ BuLE muss dabei auch vollumfänglich die Belange der Land- und Forstwirtschaft berücksichtigen.

Der Agrarhaushalt hat 2017 ein Volumen von 6,0 Milliarden Euro, 407 Millionen Euro oder gut 7 Prozent mehr als in 2016. 100 Millionen Euro, die bislang im Haushalt des Bundesfinanzministeriums für den GAK-Hochwasserschutz verankert waren, sind jetzt im Einzelplan 10 veranschlagt. Insgesamt knapp 50 Millionen Euro entfallen auf Investitionen in die Forschung von Hochseefischerei. Auch der gesundheitliche Verbraucherschutz erfährt eine Etataufstockung, und zwar um 15 Millionen Euro. Die Innovationsförderung steigt von 39 auf 53 Millionen Euro. Die Zuschüsse für das Bundesprogramm Ökolandbau werden um 3 auf 20 Millionen Euro erhöht.

Frische Produkte Online zum Verbraucher

DBV-Pressemitteilung 23.11.16

DBV-Fachgespräch am 24. Januar 2017 in Berlin

(DBV) Unter dem Motto: „Frische Produkte Online zum Verbraucher“ veranstaltet der Deutsche Bauernverband (DBV) am 24. Januar 2017 von 10:30 bis 16:30 Uhr ein Fachgespräch am Rande der Grünen Woche im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft in Berlin.

Die Online-Vermarktung von frischen Erzeugnissen von Milch, Fleisch und Wurst über Fisch bis hin zu Obst und Gemüse gewinnt immer mehr Aufmerksamkeit bei Handel und Verbrauchern. Die Digitalisierung kann auch im Lebensmittelhandel die bestehenden Geschäftsmodelle grundlegend verändern. Auf seinem Forum wird sich der DBV mit diesen neuen Absatzkanälen intensiv auseinandersetzen. Anlässlich des Fachgespräches wird eine Analyse der zukünftigen Entwicklungen des Onlinehandels mit Frischprodukten vorgestellt.

Namhafte Experten der Digitalisierung und des Onlinehandels werden die Möglichkeiten dieses Absatzweges diskutieren. Eingeladen sind Vertreter der Verbraucher wie Marktanalysten, der Wissenschaft sowie der Verbände des Versand- und Lebensmittelhandels bis hin zu den Erzeugerorganisationen. Praxisbeispiele aus dem ländlichen Raum runden das Fachgespräch ab.

Die Details des Programms sind unter www.bauernverband.de/online-vermarktung2017 abrufbar. Die Teilnahmegebühr beträgt 100,00 Euro. Anmeldung unter http://veranstaltungen.bauernverband.net/events/public/onlinefachgespraech (bitte Google Chrome verwenden) ab sofort bis zum 10. Januar 2017 möglich.

EU-Mindeststandards gegen unfaire Handelspraktiken

DBV Pressemitteilung vom 14.11.16

EU-Agrarmarkt-Task-Force gibt Empfehlungen zur Stärkung der Landwirte im Markt

 

(DBV) Der Deutsche Bauernverband (DBV) hält das Eingreifen des Gesetzgebers zur Verhinderung unfairer Geschäftspraktiken in der Lebensmittellieferkette für notwendig. Insofern begrüßt der DBV die Empfehlungen der sogenannten „Agricultural Markets Task Force“ unter Leitung des früheren niederländischen Agrarministers Veerman, die heute (14. November) an EU-Agrarkommissar Hogan übergeben wurden. Auf der Grundlage einer zutreffenden Analyse der Handelspraktiken in der Lebensmittellieferkette wird von den Marktexperten eine EU-Gesetzesinitiative mit Mindeststandards für sachgerecht erachtet. Der DBV unterstützt dies. Mit einer EU-Rahmenvorschrift könnten konkrete unfaire Handelspraktiken direkt verboten werden. Die Durchsetzung dieses Verbotes soll durch die Möglichkeit von anonymen Beschwerdeverfahren bei öffentlichen und unabhängigen Schiedsstellen erfolgen. Bei Zuwiderhandlung soll dann ein Sanktionsmechanismus greifen. Die EU-Mindeststandards sollen in allen EU-Mitgliedstaaten unter Beachtung bereits bestehender wettbewerbsrechtlicher Regelungen und Institutionen umgesetzt werden.

Mit diesen Empfehlungen werden langjährige Forderungen des Europäischen Bauernverbandes COPA und des Deutschen Bauernverbandes aufgegriffen. Der DBV sieht hierin auch eine Unterstützung für die aktuelle Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen in Deutschland. Die darin vorgesehene Verschärfung des sogenannten Anzapfverbotes sowie der Entfristung und Ausgestaltung des Verbots des Verkaufs von Lebensmitteln unter Einstandspreis sind für den DBV wichtige Schritte gegen eine missbräuchliche Ausnutzung konzentrierter Nachfragemacht. Ergänzend wird der DBV weiterhin daran mitwirken, mit außergerichtlichen Streitbeilegungsinstrumenten die Durchsetzung der Prinzipien guter Geschäftspraktiken in der Lebensmittellieferkette zu befördern.

 

Der Bericht der EU-Agrarmarktexperten enthält auch Empfehlungen für neue Risikomanagementinstrumente. Generell solle die EU eine harmonisierte Risikomanagementpolitik implementieren, um nicht mehr auf ad-hoc-Lösungen wie jüngst zur Unterstützung der Milchbauern angewiesen zu sein. Der DBV steht einer Stärkung und Weiterentwicklung eines Sicherheitsnetzes für starke Agrarpreiskrisen (Intervention) offen gegenüber. Hinsichtlich einer Erlösversicherung nach US-amerikanischem Vorbild bestehen aber für den DBV Zweifel, ob diese tatsächlich für die Landwirte praktikabel und hilfreich sein kann. Positiv bewertet der DBV die Empfehlung, Landwirte und Genossenschaften zur stärkeren Nutzung von Terminhandelsgeschäften anzuregen und zu schulen. Auch sollen schriftliche Verträge zwischen dem Landwirt und der abnehmenden Seite bei Verlangen des Landwirtes europaweit verbindlich eingeführt werden.

 

Die Agrarmarkt-Task-Force wurde 2015 auf Initiative von EU-Agrarkommissar Hogan eingerichtet, um Vorschläge zu erarbeiten, wie Landwirte zukünftig besser mit Marktkrisen und starken Preisschwankungen umgehen. Der Bericht gilt als Grundlage der zukünftige Politik-Agenda der EU-Kommission im Hinblick auf ihre Agrarmarktpolitik.

 

Koalitionskompromiss zur Gewinnglättung muss nachgebessert werden

Pressemitteilung DBV vom 27.10.2016
Entlastungswirkungen stark eingeschränkt

(DBV) „So sinnvoll das geplante Unterstützungspaket für die Landwirtschaft ist, so wenig hilfreich ist der Kompromiss bei der Ausgestaltung der steuerlichen Regelung zur Gewinnglättung“, stellt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, fest. Die jetzt vorliegenden Details aus dem Gesetzentwurf zu Milchmarktsondermaßnahmen verdeutlichten, dass gerade die infolge der angespannten Marktsituation derzeit mit Verlusten wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe keine nachhaltigen steuerlichen Entlastungen erwarten können. Dies resultiert unter anderem aus der auf Drängen der SPD vorgenommenen Festlegung fester Betrachtungszeiträume für die dreijährige Gewinnglättung (2014 bis 2016, 2017 bis 2019, 2020 bis 2022 und 2023 bis 2025).

„Vom politischen Versprechen einer Entlastung zur besseren Risikovorsorge ist in diesem Punkt nicht mehr viel übrig geblieben“, resümiert Rukwied. Der DBV halte daher den jetzt getroffenen Kompromiss von CDU/CSU und SPD zur Einführung steuerlicher Hilfen für die Landwirtschaft in Form einer tariflichen dreijährigen Gewinnglättung für nicht ausreichend. Spürbare Effekte von dieser nunmehr geänderten und zudem noch befristeten Glättungsregelung im Sinne einer nachhaltigen Risikovorsorge seien kaum zu erwarten. „Wir brauchen variable Betrachtungszeiträume und eine unbefristete Regelung“ fordert der Bauernpräsident. Weiterhin ungelöst bliebe auch das Erfordernis, alle Betriebsformen, also auch die juristischen Personen, die Landwirtschaft betreiben, gleichwertig in die vorgesehenen Entlastungen mit einzubeziehen.

 

Erntedank 2016 mit wirtschaftlichen Sorgen der Bauernfamilien

Kirchen, Landfrauen und Bauernverband fordern faire Handelsbedingungen

(EDL, KLB, dlv, DBV) Zu Erntedank 2016 blicken zahlreiche landwirtschaftliche Bauernfamilien mit großen Sorgen auf die wirtschaftliche Zukunft ihrer Betriebe. Unterdurchschnittliche Ernten und häufig niedrige Erzeugerpreise führen zu sehr schwierigen, teils zu existenzgefährdenden Situationen. Auch wenn die Schweinepreise seit einigen Wochen wieder angestiegen sind und die Milchpreise die Talsohle durchschritten haben dürften, wird der Alltag mancher Bauernfamilie zu Erntedank 2016 mehr von Ängsten statt von Zuversicht über die Zukunft ihrer Betriebe begleitet. Sinnvolle und notwendige Investitionen in Innovationen müssen vielfach zurückgestellt werden. Darauf weisen der Evangelische Dienst auf dem Lande (EDL), die Katholische Landvolkbewegung (KLB), der Deutsche LandFrauenverband (dlv) und der Deutsche Bauernverband (DBV) in einer gemeinsamen Pressemeldung hin, die zusätzlich zur diesjährigen gemeinsamen Erklärung der vier Organisationen zur Bodenfruchtbarkeit und zum Flächenverbrauch veröffentlicht wurde.

Die beiden kirchlichen Vertreter des ländlichen Raumes EDL und KLB unterstreichen mit dlv und DBV das Ziel, dass bäuerliche Familienunternehmen weiterhin die deutsche Landwirtschaft bestimmen müssen. Der durch den Preisdruck angeheizte Strukturwandel gefährdet dieses Ziel. Politik, Verarbeiter  und Lebensmitteleinzelhandel stehen deshalb auch in der Verantwortung, durch entsprechende Rahmenbedingungen und Erzeugerpreise eine leistungs- und wettbewerbsfähige heimische Landwirtschaft zur Ernährung der Bevölkerung und Versorgung mit nachwachsenden Rohstoffen und Erneuerbarer Energie zu erhalten. Das Kerngeschäft der deutschen Landwirtschaft ist und bleibt der heimische Markt. Die offenen und globalisierten Agrarmärkte bieten den Vermarktern von Lebensmitteln aber auch Chancen für zusätzlichen Absatz, den es gleichermaßen zu nutzen gilt. Für einen fairen Wettbewerb ist es grundsätzlich notwendig, bei den Verhandlungen über Handelsverträge die hohen deutschen und europäischen Standards bei der Lebensmittelsicherheit, im Tier- und Umweltschutz einzufordern, unterstreichen die vier Organisationen EDL, KLB, dlv und DBV.

 Pressemeldungen  | 30.09.2016

Antrittsbesuch von Martin Lüdeke beim Ersten Bürgermeister

Olaf Scholz empfängt Präsident Lüdeke und Geschäftsführer Dr. Bargmann im Hamburger Rathaus

OlafScholz

Der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg Olaf Scholz hat Präsident Martin Lüdeke und Geschäftsführer Dr. Carsten Bargmann zu einem Antrittsbesuch eingeladen. Das gemeinsame Treffen fand nun am Mittwoch, den 03.08.16 in kleiner Runde im Hamburger Rathaus statt. In dem fast 1,5 Stunden dauernden Gespräch fand ein intensiver Austausch über die Belange der Hamburger Agrarwirtschaft statt. Neben aktuellen Themen wie der Milchkrise und den geringen Erzeugerpreisen sprachen Lüdeke und Bargmann mit Scholz über die zunehmende Flächen-problematik und die Neuordnung der Pachtverwaltung durch die Stadt Hamburg. Dem Vorschlag Lüdekes, Ausgleichsflächen bzw. Ökopunkte auch in den benachbarten Bundeländern zu suchen, steht Olaf Scholz sehr positiv gegenüber. Gleiches gilt für die alternative Nutzung von landwirtschaftlichen Gebäuden z.B. als Mietwohnungen oder Gewerbehöfe. Dies setzt allerdings voraus, dass die erheblichen bürokratischen Hürden abgebaut werden müssen.

Des Weiteren wurde über politische Themen wie Mindestlohn oder Russlandembargo gesprochen, die insbesondere unseren Hamburger Obst- und Gemüsebauern zu schaffen machen. Präsident Lüdeke betonte noch einmal ausdrücklich, dass der Bauernverband Hamburg e.V. sich gut bei der Agrarabteilung der BWVI vertreten sieht und auch weiterhin eng mit der Abteilung zusammen-arbeiten möchte. Olaf Scholz betonte, dass er die Agrarwirtschaft auch zukünftig in der Wirtschaftsbehörde belassen wird. Er freut sich ausdrücklich darüber, dass der BVHH intensiv für die Stärkung der Hamburger Agrarwirtschaft einsetzt und sich darüber hinaus noch aktiver in aktuelle Themen wie regionale Absatzförderung, Nachhaltigkeitskonzept Gartenbau, Tierwohl oder Lebensmittelverschwendung einbringen wird. Das äußerst informative und konstruktive Treffen endete mit dem Wunsch von Olaf Scholz, Präsident Lüdeke auf seinem Hof in Curslack zu besuchen. Martin Lüdeke nahm den Vorschlag gerne entgegen und freut sich auf den Gegenbesuch des Ersten Bürgermeisters.

Rukwied: Europäisches Unterstützungspaket muss schnell und effektiv wirken

Agrarminister beraten zweites Entlastungspaket

„Ein europäisches Hilfspaket, das den Landwirten in der Krise effektiv helfen soll, darf nicht an selbstgestellten bürokratischen Hürden scheitern“, stellte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen im Europäischen Agrarministerrat am 18. Juli 2016 klar. „Die Verknüpfung von solchen Unterstützungsmaßnahmen mit der Vorgabe einzelbetrieblicher Mengenreduktion wird dazu führen, dass Landwirte von der Maßnahme keinen Gebrauch machen können. Die beihilferechtlich vorgegebene Überprüfung einer solchen Auflage führt dazu, dass die Maßnahmen erst zu einem Zeitpunkt wirken, bei dem der befürchtete Strukturbruch bereits eingetreten ist“, betonte Rukwied. Solche Überlegungen seien daher mehr als kontraproduktiv, würden sie doch den Landwirten zusätzliche Mindereinnahmen abverlangen. Wenn solche Unterstützungsmaßnahmen Sinn haben sollten, dann müssten sie anders ausgestaltet werden, forderte der Bauernpräsident.

Der DBV forderte auch die Agrarminister der Bundesländer auf, sich auf ihrer Sonderkonferenz am 15. Juli 2016 in Brüssel für ein weiteres EU-Hilfspaket und dessen kurzfristige Umsetzung für die Landwirtschaft einzusetzen. Eine zusätzliche Unterstützung durch die Europäische Union, mit der die angekündigten nationalen Maßnahmen ergänzt werden, sei angesichts der lang anhaltenden, tiefgreifenden Krise notwendig, um einen auch politisch ausgelösten Strukturbruch zu verhindern. Die bisher im Vorfeld bekannt gewordenen Positionierungen lassen darauf schließen, dass ausschließlich die EU, die Bundesregierung sowie die Marktakteure in die Verantwortung genommen werden sollen. Der DBV fordert die Bundesländer auf, den Beispielen von Hessen und Bayern zu folgen und so ihren Teil zur Stärkung der Milcherzeuger beizutragen.

DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken hatte im Vorfeld der Konferenz von Bund und Ländern in Brüssel und des EU-Agrarrates gefordert, dass „die ins Auge gefassten Maßnahmen dem tatsächlichen Ausmaß der Krise gerecht werden“. In einem Schreiben an den Staatsekretär im Bundeslandwirtschaftsministeriums, Dr. Robert Kloos, warnte Krüsken zugleich, „falsche Hoffnungen mit der Diskussion über eine Rückkehr zu staatlichen Mengensteuerungen in international offenen Märkten“ zu schüren. Der DBV bleibe bei seiner Auffassung, dass einzelstaatliche wie auch EU-weite Mengensteuerungen in den zunehmend globalisierten Milchmärkten wenig erfolgreich wären, dafür aber ungewollte Nebeneffekte in Form von Marktverzerrungen sowie Mitnahmeeffekte erzeugten.

Pressemeldungen  | 13.07.2016

Grüne Berufe weiterhin gut aufgestellt

Agrarverbände intensivieren gemeinsame bildungspolitische Koordinierung

Das Interesse an einer Ausbildung in den „Grünen Berufen“ hat sich im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Die Anzahl an Ausbildungsverträgen ist um 3,1 Prozent auf 13.569 gestiegen. Die positive Entwicklung sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Agrarwirtschaft Qualität und Attraktivität der beruflichen Aus- und Fortbildung kontinuierlich weiterentwickeln und an veränderte Rahmenbedingungen und Ansprüche anpassen muss. Dies betonten die Vertreter der für agrarische Berufsbildung zuständigen Fach- und Berufsverbände bei ihrer gemeinsamen Sitzung im niedersächsischen Friesoythe, die unter Vorsitz von Gerhard Eimer, dem Vorsitzenden des Bundesverbandes Landwirtschaftlicher Fachbildung (vlf) stattfand. Gastgeber der diesjährigen Sitzung war die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tierzüchter (ADT), die konkrete Einblicke in geflügelhaltende Betriebe ermöglichte.

Übereinstimmend sprachen die Agrarverbände sich dafür aus, die gemeinsame bildungspolitische Abstimmung nicht nur innerhalb des Berufsstandes, sondern auch unter den Sozialpartnern zu intensiveren und zu verstetigen. Zunehmender Abstimmungsbedarf bestehe nicht nur hinsichtlich bestimmter Grundsatzfragen der Aus- und Fortbildung, sondern auch zur Einbindung von Flüchtlingen, behinderten Menschen, Quereinsteigern und anderen speziellen Zielgruppen in die Land- und Agrarwirtschaft. Mit dem Vertreter des Bundeslandwirtschaftsministeriums bestand Einigkeit, bewährte agrarspezifische Regelungsstandards im Bereich der Berufsbildung beizubehalten, um eine bedarfsgerechte Qualität und Umsetzbarkeit der Agrarbildung in der Praxis zu gewährleisten.

Welche Auswirkungen der weiter fortschreitende Trend zur akademischen Ausbildung innerhalb der beruflichen Qualifizierung für die Praxis haben wird, steht auf der Agenda der nächsten Sitzung der Agrarverbände.

Pressemeldungen  | 13.07.2016

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Deutscher Bauerntag 2016: Hohe Erwartungen an Politik und Marktpartner

Dt Bauerntag

DBV diskutiert Krisenhilfe und Zukunftsperspektiven

„Der diesjährige Deutsche Bauerntag in Hannover setzt ein klares Signal an Politik und Marktpartner: Die heimische Landwirtschaft muss in ihrer Weiterentwicklung gestärkt werden, um eine nachhaltige Zukunftsperspektive zu sichern und die Leistungen erbringen zu können, die Verbraucher, Märkte und Gesellschaft schätzen und nachfragen.“ Dies erklärte der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, vor Journalisten im Vorfeld des Deutschen Bauerntages 2016, der mit dem Motto „Zukunft sichern, Bauern stärken“ am 29. und 30. Juni 2016 in Hannover stattfinden wird.

Zum Deutschen Bauerntag und zur DBV-Mitgliederversammlung werden rund 600 Delegierte aus den 18 Landesbauernverbänden und zahlreiche Gäste aus Politik, Agrarwirtschaft, Agrarforschung und Medien in der niedersächsischen Landeshauptstadt erwartet. Die stimmberechtigten Delegierten werden ihrerseits in den Kreis- und Landesverbänden von den Mitgliedern entsandt; sie wählen Präsident und Vorstand des DBV. Der amtierende Präsident des DBV, Joachim Rukwied, tritt zur Wiederwahl an. Rund 90 Prozent der 300.000 Bäuerinnen und Bauern sind Mitglied in den Kreis- und Landesbauernverbänden. Der Deutsche Bauerntag findet jährlich in einem anderen Bundesland statt.

„Die deutschen Bauernfamilien erwarten von der Politik wirksame und sofort umsetzbare Maßnahmen aus dem von der Bundesregierung angekündigten Programm zur Unterstützung in der anhaltenden Preiskrise“, betonte Krüsken. Damit seien die Erwartungen an Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und EU-Agrarkommissar Phil Hogan groß, die am 30. Juni zu den Delegierten sprechen werden. Bereits am Vortag wird das DBV-Präsidium mit dem niedersächsischen Landwirtschaftsminister Meyer diskutieren. In vier Foren werden die Delegierten zusätzlich mit namhaften Experten die Perspektiven und Entwicklungen in der Tierhaltung, im Milchmarkt, beim Umwelt- und Naturschutz sowie zur Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2020 diskutieren. Zum Abschluss des Deutschen Bauerntages 2016 wird eine Kundgebung mit 3.000 Bäuerinnen und Bauern aus Niedersachsen und den umliegenden Bundesländern stattfinden. Der DBV-Präsident, Bundesminister Christian Schmidt und vor allem junge Landwirte aus den Regionen Deutschlands werden während dieser Kundgebung sprechen.

„Mit rund 633.000 unmittelbar in der Landwirtschaft Erwerbstätigen, einem Produktionswert von 53 Milliarden Euro in 2015 und jährlich fast 11 Milliarden Euro Investitionsvolumen ist die heimische Landwirtschaft bedeutender Teil der deutschen Wirtschaft und des Mittelstandes. Zusammen mit der gleichfalls mittelständischen Ernährungswirtschaft stellt die Branche 11 Prozent aller Erwerbstätigen, die die Ernährung der Bevölkerung sicherstellen. Auf dem Land ist die Branche wichtiger Arbeitgeber“, stellte Krüsken fest. Deshalb sei es von gesellschaftlich und politisch großem Interesse, eine nachhaltig wirtschaftende, wettbewerbsfähige und leistungsfähige heimische Landwirtschaft zu erhalten und zu stärken.

Pressemeldungen  | 20.06.2016