Bauernverband korrigiert Erwartungen an Getreideernte nach unten

Zweiter DBV-Erntebericht offenbart die Folgen der Hitzewellen

Der Deutsche Bauernverband (DBV) geht neuen Berechnungen zufolge von einer Getreideernte in der Höhe von 44 bis 45 Millionen Tonnen aus. Die Korrektur der Ernteerwartungen ist auf die Hitzewellen zurückzuführen, die insbesondere das Ertragspotenzial der wichtigsten Getreideart in Deutschland, dem Winterweizen, reduziert haben. „Zwar hat sich das Ertragsniveau im Durchschnitt gegenüber der Missernte des vergangenen Jahres verbessert. Dennoch müssen Betriebe in den erneut von Trockenheit betroffenen Regionen zum wiederholten Male große Einbußen verkraften“, kommentiert DBV-Präsident Joachim Rukwied die Ernteergebnisse.   Es ist davon auszugehen, dass die Erntemenge den Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 in Höhe von 47,9 Millionen Tonnen um bis zu vier Millionen Tonnen unterschreiten wird. Die Erträge fallen mit 7,2 Tonnen pro Hektar ebenfalls unterdurchschnittlich aus (2013-2017: 7,5 Tonnen pro Hektar). „Die Ernte ist je nach Niederschlagsverteilung teils weit vorangeschritten, teils in vollem Gange. Das Ertragsbild ist heterogen. Dies wird auch für die noch zu erntenden Bestände gelten“, wie Rukwied anlässlich des zweiten DBV-Ernteberichtes betont.   Winterweizen steht zur Ernte 2019 auf einer Anbaufläche von 3,03 Millionen Hektar (minus 3 Prozent gegenüber Durchschnitt 2013-2017). Die Druschergebnisse lassen im Bundesdurchschnitt einen Ertrag von nur 7,4 Tonnen pro Hektar erwarten. Dagegen lag der Weizenertrag im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 noch bei knapp 8,1 Tonnen pro Hektar. Da auch die Anbaufläche gegenüber dem langjährigen Durchschnitt zurückfällt, ist eine Winterweizenernte in Höhe von gut 22 Millionen Tonnen (2013-2017: 25,3 Millionen Tonnen) zu erwarten.   Besonders deutlich zeigen sich die Auswirkungen der Dürre beim Winterraps. Zunächst ist die Anbaufläche aufgrund der zur Rapsaussaat anhaltenden Trockenheit gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 von 1,35 Millionen Hektar auf 887.000 Hektar (minus 34 Prozent) zurückgegangen. Die vielfach auch im Jahr 2019 schwierigen Vegetationsbedingungen haben zudem die Erträge gegenüber dem langjährigen Durchschnitt (3,8 Tonnen pro Hektar) auf 3,2 Tonnen pro Hektar einbrechen lassen. Folglich ist nach den derzeit vorliegenden Druschergebnissen von einer Rapsernte von gut 2,8 Millionen Tonnen auszugehen (2013-2017: 5,2 Millionen Tonnen).   Auch das Grünland und die Maisbestände sind von der Trockenheit gekennzeichnet. Aufgrund des Wassermangels war eine Schnittnutzung des Grünlandes im erforderlichen Umfang vielfach nicht möglich. Deshalb ist die Versorgung mit Grundfutter weiterhin angespannt. Hinzu kommt der durch Hitze und Trockenheit zu geringe Biomassezuwachs bei den Silomaisbeständen und ein teils geringer Kolbenansatz, der für die Qualität des Grundfutters entscheidend ist.   Der DBV-Erntebericht basiert auf Meldungen aus den 18 Landesbauernverbänden über die tatsächlich geernteten Flächen und erzielten Erträge.

Veröffentlicht unter News

DBV: Fleischsteuer ist zu kurz gedacht

Zur Diskussion um eine Fleischsteuer sagt der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken: „Nicht der Fiskus, sondern die Landwirte brauchen Mittel und Unterstützung für eine Weiterentwicklung der Tierhaltung. Ohne Marktpartner und Verbraucher geht es außerdem nicht: Weder dem Tierwohl noch dem Klimaschutz ist gedient, wenn die deutschen Landwirte weiter in mehr Tierwohl investieren und der Markt sich preisgünstig aus anderen EU-Ländern mit niedrigeren Tierwohlstandards versorgt. Deshalb brauchen wir auch eine flächendeckende und verbindliche Kennzeichnung der Haltungsform, die auch die Fleischwaren mit einschließt. Zudem würde eine Fleischsteuer deshalb ins Leere laufen, weil es für Um- und Neubauten von Ställen derzeit eine faktische Blockade im Bau- und Genehmigungsrecht gibt. Wir brauchen eine verbindliche Strategie für die Nutztierhaltung, die zu Ende gedacht ist.“

Veröffentlicht unter News

DBV: Eskalation im Düngestreit unverhältnismäßig

Bauern erwarten von der Politik ein Ende des Gerangels zwischen Kommission und Bundesregierung


(DBV) Die heute erfolgte Einleitung der ersten Stufe eines Zweitverfahrens gegen Deutschland im Vertragsverletzungsverfahren hinsichtlich der Umsetzung der europäischen Nitratrichtlinie ist aus Sicht des Deutschen Bauernverbands unverhältnismäßig und unangemessen. Diese Eskalation seitens der EU-Kommission sei angesichts der laufenden konstruktiven Gespräche zwischen der Bundesregierung, den Ländern und der EU-Kommission über die Nachbesserung der Düngeverordnung unverständlich. Die deutschen Bauern erwarten von der Politik, dass der jahrelange Streit über das deutsche Düngerecht endlich zu einem Abschluss gebracht wird und die Maßnahmen in der Praxis wirken könnten.

Vor allem beanstandet der DBV, dass die Kommission Deutschland zwar Fortschritte bei der Umsetzung des EU-Rechts bescheinige und den weiteren Zeitplan für eine erneute Änderung der Düngeverordnung abstimme, zeitgleich aber die Bundesregierung erneut mit einem Vertragsverletzungsverfahren überziehe. Dieses Vorgehen sei insofern kontraproduktiv, weil hierdurch die Umsetzung des umfangreich geänderten Düngerechts zur Verbesserung des Gewässerschutzes ein weiteres Mal in Frage gestellt werde. Ebenfalls nicht nachvollziehbar ist aus Sicht des DBV die Kleinteiligkeit der Nachforderungen seitens der EU-Kommission. Diese stünden im Widerspruch zu den bisherigen Bekundungen, die Mitgliedsstaaten hätten einen breiten Spielraum zur Umsetzung regional angepasster Maßnahmen für Landwirtschaft und Gewässerschutz. Die „Salamitaktik“ der mehrfachen Nachforderungen lasse Zweifel daran entstehen, dass es der EU-Kommission um die Sache gehe.

Veröffentlicht unter News

Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam – F.R.A.N.Z. erhält Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Hamburg/Berlin/Kupferzell, 3. Juli 2019 – Das Dialog- und Demonstrationsprojekt F.R.A.N.Z. ist als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden. Der Preis wurde heute durch Rudolf Ley, dem Leiter der Unterabteilung „Nachhaltige Naturnutzung“ im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zusammen mit Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, im Rahmen einer Fachveranstaltung in Kupferzell, Baden-Württemberg, an die Umweltstiftung Michael Otto (UMO) und den Deutschen Bauernverband (DBV) überreicht. „Der Handlungsbedarf zum Erhalt unserer Biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft ist dort am größten, wo die Landwirtschaft am intensivsten ist. Hier brauchen wir grundlegende Änderungen. Wie das gehen kann, wird im F.R.A.N.Z.-Projekt gemeinsam von Landwirtschaft und Naturschutz erprobt. Daher freue ich mich sehr über die heutige Auszeichnung von F.R.A.N.Z. als UN-Dekade-Projekt. Die Vereinten Nationen haben das laufende Jahrzehnt der Biologischen Vielfalt gewidmet, um die Dringlichkeit einer Trendwende beim Rückgang der Biologischen Vielfalt zu unterstreichen und möglichst viele Menschen für deren Schutz zu begeistern“, betonte Rudolf Ley bei der Übergabe der Urkunde. Mit der Auszeichnung wird die vorbildliche Arbeit von Naturschutz und Landwirtschaft im Rahmen des F.R.A.N.Z.-Projektes zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland gewürdigt.

„Das F.R.A.N.Z.-Projekt demonstriert, dass zukunftsfähige Lösungen für mehr Artenvielfalt in der Agrarlandschaft nur gemeinsam im Dialog auf Augenhöhe mit Naturschutz und Landwirtschaft vorangebracht werden können. Die Verleihung der UN-Dekade Biologische Vielfalt sehen wir als Auszeichnung für die Anstrengungen der beteiligten Forscher, Landwirte und Betriebsberater, Naturschutz und produktive Landbewirtschaftung miteinander zu vereinen“, verdeutlichen die Projektträger UMO und DBV. Die bisherigen Erfolge bestätigen den eingeschlagenen Weg und zeigen, dass naturschutzfachlich sinnvolle, praxistaugliche und wirtschaftlich tragfähige Naturschutzmaßnahmen positive Effekte auf die Artenvielfalt haben. Die Monitoring-Ergebnisse für die Jahre 2017 und 2018 auf den zehn Demonstrationsbetrieben verdeutlichen, dass Extensivgetreideflächen, Feldlerchenfenster in großen Wintergetreideschlägen und Feldvogelstreifen im Mais zu höheren Feldvogeldichten geführt haben. Auch der Anteil von Wildpflanzen im Extensivgetreide und in Blühstreifen ist deutlich höher als auf Vergleichsackerrändern oder im normalen Getreidebestand.

Das F.R.A.N.Z.-Projekt setzt zukunftsweisende Impulse für den Schutz der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft und schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass die im Projekt erfolgreich umgesetzten Naturschutzmaßnahmen bundesweit Akzeptanz und Nachahmer finden. Neben der offiziellen Urkunde überreichten BMU-Unterabteilungsleiter Rudolf Ley und Minister Franz Untersteller einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die Naturvielfalt steht, an die F.R.A.N.Z.-Projektträger UMO und DBV. Ab sofort wird F.R.A.N.Z. auch auf der Webseite der UN-Dekade in Deutschland unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.

Weitere Information unter www.franz-projekt.de.

Für Rückfragen:        Sibylle Duncker, Projektleitung F.R.A.N.Z.
Umweltstiftung Michael Otto

E-Mail: sibylle.duncker@umweltstiftungmichaelotto.org 

Mária Klaudies, Projektleitung F.R.A.N.Z.

Deutscher Bauernverband

E-Mail: m.klaudies@bauernverband.net 

Die Förderung des Projekts erfolgt mit Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank, mit besonderer Unterstützung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Veröffentlicht unter News

Deutsche Getreideernte knapp unter dem Durchschnitt

Rukwied: Nachwirkungen der Dürre 2018 noch spürbar

Der Deutsche Bauernverband (DBV) geht in seiner Prognose von einer Getreideernte in Höhe von rund 47 Millionen Tonnen aus. Das ist rund 1 Million Tonnen weniger als der Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017. Gegenüber dem Dürrejahr 2018 liegen die Erwartungen rund neun Millionen Tonnen höher. „Der Vergleich der diesjährigen Erntemenge mit dem Extremjahr 2018 verzerrt das Bild etwas. Wir erwarten in diesem Jahr eine Ernte knapp unter dem Durchschnitt. Die Nachwirkungen der Dürre sind noch immer deutlich spürbar. Für die angespannte wirtschaftliche Lage in vielen Betrieben wird auch dieses Jahr keine Verbesserung bringen“, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied.

Die diesjährige Getreideernte ist unter schwierigen Vegetationsbedingungen herangewachsen. Die extreme Trockenheit des Sommers 2018 hielt bis zur Aussaat des Wintergetreides im vergangenen Herbst an. In den besonders betroffenen Gebieten sind die Bestände daher spät und vielfach nur lückenhaft aufgelaufen. Nach einem zu trockenen Jahresbeginn haben sich die Niederschläge und die kühle Witterung im Mai positiv auf die Ertragsaussichten ausgewirkt. „Die Niederschlagsverteilung war regional sehr unterschiedlich. Durch die insbesondere im Osten Deutschlands nach wie vor zu trockenen Bodenverhältnisse sind dort mancherorts erhebliche Trockenschäden festzustellen. Auch haben Starkregen und Hagel teilweise die Getreidebestände stark geschädigt“, erläutert Rukwied die unterschiedlichen Gegebenheiten. In weiten Teilen Deutschlands stehen die Getreidebestände trotzdem gut da. Allerdings könnte die extreme Hitze der letzten Juni-Woche den Winterweizen geschädigt haben. Die für den Ertrag wichtige Kornfüllung findet bei großer Hitze und Wassermangel nicht mehr statt.

In Deutschland wurde zur Ernte 2019 auf einer Fläche von 6,4 Millionen Hektar Getreide angebaut. Winterweizen ist weiterhin die bedeutendste Kultur im deutschen Getreideanbau. Mit einer Fläche von 3 Millionen Hektar wird der Mittelwert der Jahre 2013 bis 2017 in Höhe von 3,1 Millionen Hektar knapp verfehlt. Die Flächenanteile von Winter- und Sommergetreide ähneln nach den deutlichen Verschiebungen des vergangenen Jahres wieder dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017.

Die bedeutendste Ölpflanze in Deutschland ist Winterraps, an dem deutlich die Nachwirkungen der Dürre 2018 zu erkennen sind. Die Anbaufläche von 887.000 Hektar unterschreitet die Anbaufläche des Vorjahres deutlich um fast 30 Prozent (337.000 Hektar). Das liegt daran, dass die Aussaat von Winterraps mitten in die Dürrephase gefallen und somit erfolglos gewesen wäre.  Darüber hinaus ist der Rapsanbau von Einschränkungen im Bereich der Pflanzenschutzmittel betroffen. In der Folge wird derzeit eine Erntemenge von nur rund 3,1 Millionen Tonnen erwartet.

Vielerorts läuft die Ernte der Wintergerste. Für die Getreideernte sind beständige sommerliche Witterungsverhältnisse erforderlich. Hackfrüchte wie Kartoffeln und Zuckerrüben sowie Mais benötigen dagegen eine ausreichende Wasserversorgung in den Sommermonaten. Eine üppige Grundfutter- und Silomaisernte ist für die von der Futterknappheit des vergangenen Jahres betroffenen Tierhaltungs- und Futterbaubetriebe existenziell.

Der DBV erstellt seine Ernteprognose auf der Basis von Umfragen unter den 18 Landesbauernverbänden zu ihren aktuellen Ertragsschätzungen.

Veröffentlicht unter News

Unterstützung für Veränderung

Landwirtschaftsministerin Klöckner beim Deutschen Bauerntag

I

Im Rahmen des Deutschen Bauerntags 2019 im sächsischen Schkeuditz spricht Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner den Landwirten Mut zur Veränderung zu und verspricht dabei zu unterstützen: „Klimaschutz, Artenvielfalt, Tierwohl: Die Bauern stehen unter einem enormen Druck der öffentlichen Erwartungen. Dabei tut sich viel in der Landwirtschaft. Ich sehe eine neue Offenheit gerade der jungen Landwirte für ambitionierten Umwelt-, Natur- und Klimaschutz. Aber sie sehen sich nicht nur als Landschaftsgärtner, sondern sie sind Unternehmer, die Lebensmittel nachhaltig erzeugen wollen. Planungssicherheit ist die Voraussetzung für den Mut der jungen Generation, den grünen Berufsweg einzuschlagen. Und ich will den Bauernfamilien helfen, raus aus der pauschalen Anklageecke zu kommen. Denn die Erzeugung von Nahrungsmittel ist lebenswichtig. Auch weltweit. Nicht nostalgisch-romantische Bilder einer alten Landwirtschaft, sondern Innovation, Forschung und Digitalisierung geben das Bild der aktuellen Agrarwirtschaft wieder.

Auch wir Verbraucher stehen in der Pflicht. Es ist zu einfach, der Landwirtschaft beim Klimaschutz einseitig den schwarzen Peter zuzuschieben, dabei aber den Steingarten vor der eigenen Haustür zu vergessen. Jeder trägt Verantwortung. Uns muss es gelingen, die Landwirtschaft wieder zu einem Projekt der ganzen Gesellschaft zu machen. Denn mehr Tierwohl beispielsweise entscheidet sich nicht allein im Stall, sondern auch an der Ladenkasse.

Und es muss mehr erklärt werden. Zu häufig prägen Schuldzuweisungen und Verkürzungen die Debatte um Landwirtschaft. Zum Beispiel beim Thema Pflanzenschutz – ohne den es nicht geht. Unsere Supermarktregale sind deshalb so gut und hochwertig gefüllt, weil Ernten geschützt werden. Gleichzeitig wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln durch neue, digitale Technologien immer weiter reduziert. Kaum eine Branche ist so innovativ wie die Landwirtschaft. Diesen Diskussionen sollte sich die Branche noch stärker und noch offensiver stellen – mit offenem Visier.“

Veröffentlicht unter News

F.R.A.N.Z. erhält Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt

Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG von Umweltstiftung Michael Otto (UMO) und den Deutschen Bauernverband (DBV)
  Hamburg/Berlin/Kupferzell, 3. Juli 2019 – Das Dialog- und Demonstrationsprojekt F.R.A.N.Z. ist als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden. Der Preis wurde heute durch Rudolf Ley, dem Leiter der Unterabteilung „Nachhaltige Naturnutzung“ im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zusammen mit Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, im Rahmen einer Fachveranstaltung in Kupferzell, Baden-Württemberg, an die Umweltstiftung Michael Otto (UMO) und den Deutschen Bauernverband (DBV) überreicht. „Der Handlungsbedarf zum Erhalt unserer Biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft ist dort am größten, wo die Landwirtschaft am intensivsten ist. Hier brauchen wir grundlegende Änderungen. Wie das gehen kann, wird im F.R.A.N.Z.-Projekt gemeinsam von Landwirtschaft und Naturschutz erprobt. Daher freue ich mich sehr über die heutige Auszeichnung von F.R.A.N.Z. als UN-Dekade-Projekt. Die Vereinten Nationen haben das laufende Jahrzehnt der Biologischen Vielfalt gewidmet, um die Dringlichkeit einer Trendwende beim Rückgang der Biologischen Vielfalt zu unterstreichen und möglichst viele Menschen für deren Schutz zu begeistern“, betonte Rudolf Ley bei der Übergabe der Urkunde. Mit der Auszeichnung wird die vorbildliche Arbeit von Naturschutz und Landwirtschaft im Rahmen des F.R.A.N.Z.-Projektes zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland gewürdigt.

„Das F.R.A.N.Z.-Projekt demonstriert, dass zukunftsfähige Lösungen für mehr Artenvielfalt in der Agrarlandschaft nur gemeinsam im Dialog auf Augenhöhe mit Naturschutz und Landwirtschaft vorangebracht werden können. Die Verleihung der UN-Dekade Biologische Vielfalt sehen wir als Auszeichnung für die Anstrengungen der beteiligten Forscher, Landwirte und Betriebsberater, Naturschutz und produktive Landbewirtschaftung miteinander zu vereinen“, verdeutlichen die Projektträger UMO und DBV. Die bisherigen Erfolge bestätigen den eingeschlagenen Weg und zeigen, dass naturschutzfachlich sinnvolle, praxistaugliche und wirtschaftlich tragfähige Naturschutzmaßnahmen positive Effekte auf die Artenvielfalt haben. Die Monitoring-Ergebnisse für die Jahre 2017 und 2018 auf den zehn Demonstrationsbetrieben verdeutlichen, dass Extensivgetreideflächen, Feldlerchenfenster in großen Wintergetreideschlägen und Feldvogelstreifen im Mais zu höheren Feldvogeldichten geführt haben. Auch der Anteil von Wildpflanzen im Extensivgetreide und in Blühstreifen ist deutlich höher als auf Vergleichsackerrändern oder im normalen Getreidebestand.

Das F.R.A.N.Z.-Projekt setzt zukunftsweisende Impulse für den Schutz der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft und schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass die im Projekt erfolgreich umgesetzten Naturschutzmaßnahmen bundesweit Akzeptanz und Nachahmer finden. Neben der offiziellen Urkunde überreichten BMU-Unterabteilungsleiter Rudolf Ley und Minister Franz Untersteller einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die Naturvielfalt steht, an die F.R.A.N.Z.-Projektträger UMO und DBV. Ab sofort wird F.R.A.N.Z. auch auf der Webseite der UN-Dekade in Deutschland unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.

Weitere Information unter www.franz-projekt.de. Für Rückfragen:        Sibylle Duncker, Projektleitung F.R.A.N.Z. Umweltstiftung Michael Otto E-Mail: sibylle.duncker@umweltstiftungmichaelotto.org    Mária Klaudies, Projektleitung F.R.A.N.Z. Deutscher Bauernverband
E-Mail: m.klaudies@bauernverband.net 

Veröffentlicht unter News

Gelungener Sommerausflug des Bauernverbandes Hamburg

Die Sommerausflüge des Bauernverbandes Hamburg stehen für viele Mitglieder mittlerweile als fester Termin in ihrem Jahreskalender und auch in diesem Jahr war der moderne Reisebus mit gut gelaunten Teilnehmern wieder gut besetzt. Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Hamburg lud der BVHH zu einer Reise in das wunderschöne Schleswig-Holstein ein. Bei schönstem Sommerwetter begann der Ausflug am Dienstag, den 18. Juni 2019 am Brennerhof mit der Begrüßung durch Präsident Martin Lüdeke und Carola Bühler von der LWK Hamburg. In bester Stimmung ging es dann Richtung Kiel, wo wir um 10:00 die erste Station, das Gut Rosenkranz in Schinkel erreichten.

Hier wurden wir sehr herzlich vom Eigentümer Ernst-Friedemann Freiherr von Münchhausen begrüßt, der uns dann persönlich über das Gut und die anliegenden Felder führte. Auf über 400 ha baut das Gut Rosenkranz Gerste, Weizen, Ackerbohnen und Dinkel nach Bioland-Kriterien an. Auf der Feldrundfahrt konnten wir uns von der hervorragenden Qualität der Feldbestände überzeugen. Hier wird biologische Landwirtschaft mit Leidenschaft, hoher Professionalität und ohne verbohrte Ideologie betrieben – beeindruckend.

Weiter ging es zum Milchhof der Gebrüder Gravert GbR in Lindau. Sehr offen und freundlich zeigte uns Timo Gravert die Entwicklung des Betriebes, vom alten, stickigen Kuhstall hin zum modernen, luftigen Stall mit zwei Melkrobotern und luftigen Liegeboxen für die Tiere. Die eigene Biogasanlage versorgt etliche Haushalte im Dorf und trägt maßgeblich zu Einkommensdiversifizierung des Familienbetriebes bei. Die Begeisterung für den Beruf des Landwirts war bei Timo Gravert deutlich zu spüren. Da die Brüder Hand in Hand arbeiten, die Eltern als Altenteiler auch noch gerne mit aushelfen, ist ein Urlaub mit der Familie trotz der vielen Arbeit ein bis zweimal im Jahr möglich.



Zum Mittagessen kehrten wir in den rustikalen Gasthof Dibberns in Osdorf ein, wo uns ein leckeres Buffet mit verschiedenen Schnitzelvariationen und diversen Beilagen gereicht wurde. Das Essen war köstlich und die Stimmung bei Tisch ausgezeichnet. Alle waren so sehr in ihre Gespräche vertieft, dass kaum jemand es merkte, wie schnell die Zeit verging. Reiseleiter Dr. Carsten Bargmann hatte einige Mühe, die gesellige Runde zum Aufbruch zu bewegen. Mit dem Versprechen auf ein hervorragendes Kaffeetrinken bei der nächsten Station gelang es ihm dann doch, die gut gelaunte Reisgesellschaft zur Weiterfahrt zu bewegen.

Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir unser letztes Ziel, den Himbeerhof Gut Steinwehr, der direkt am Nord-Ostsee-Kanal liegt. Bereits bei der Anreise war zu sehen, dass die Erdbeerernte im vollen Gang war. Angebaut werden aber auch Süßkirschen, Himbeeren und andere Beerenfrüchte. Der Verkauf erfolgt vor allem über die Direktvermarktung und Selbstpflücke. Das große Hofcafe sowie der angeschlossene Regionalmarkt runden das Angebot sehr erfolgreich ab. Nach der Rundfahrt über die Felder wurden wir in zwei festlichen Pagodenzelten bei duftendem Kaffee und frisch gebackenen Erdbeerkuchen noch einmal richtig verwöhnt.

Dank unseres netten Busfahrers (und seines modernen Navis) konnten wir auf der Rückfahrt so manchen größeren Stau umfahren und trafen bestens gelaunt um 18:00 wieder in Hamburg ein. Alle Teilnehmer waren sich einig: „Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei“!

Unser Dankeschön gilt unserem Sponsor, der LVM – Versicherung, insbesondere unserem Ansprechpartner vor Ort, der LVM-Agentur Thomas Oelrich. Ohne deren Unterstützung wäre dieser gelungene Ausflug nicht möglich gewesen. Vielen Dank dafür.

Veröffentlicht unter News

„4ter Hamburger Bauerntag war ein voller Erfolg!“

Zahlreiche Mitglieder und Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Verbänden folgten der Einladung des Bauernverbandes Hamburg und erlebten am  07. Juni einen kurzweiligen und unterhaltsamen Bauerntag. Dieser fand zum mittlerweile vierten Male bei herrlichstem Sommerwetter statt. Erstmalig direkt auf einem landwirtschaftlichen Betrieb, dem Milchhof Steffens in Hamburg-Neuengamme. Und dies aus gutem Grund: Matthias und Meike Steffens haben im letzten halben Jahr einen der modernsten Kuhställe Hamburgs gebaut. Bis auf wenige Restarbeiten konnte der Bau rechtzeitig zum Bauerntag fertiggestellt werden.

Auf der Führung durch die beeindruckende Neuanlage wurde auch Laien deutlich, dass sich die Kühe „sau“- besser gesagt „kuh“-wohl in ihrem neuen Stall fühlen. „Das Wohl meiner Tiere steht bei mir an erster Stelle“, erklärte Matthias Steffens während der Besichtigung. Die Kühen liegen  auf Stroh, in dem Offenstall können sie selbst entscheiden, ob sie auf die Weide wollen oder lieber im Stall stehen bzw. liegen. „Wir haben eine hohe Verant-wortung gegenüber unseren Tieren, sie sollen ein gutes Leben auf unserem Hof verbringen“, führt Steffens weiter aus. „Letztendlich danken Sie uns dies mit Ihrer Gesundheit und guten Milchleistung“.

Pünktlich um 14:00 eröffnete Präsident Martin Lüdeke den 4. Hamburger Bauerntag und begrüßte die etwa 250 Mitglieder und Gäste in dem prachtvoll angerichteten Festzelt. In seiner kurzweiligen Ansprache kam der Hamburger Bauernpräsident schnell auf die aktuellen politischen Ereignisse zu sprechen, verglich das desaströse Abschneiden der Altparteien SPD und CDU bei den Europawahlen mit dem Schicksal des DBV. Er mahnte an, dass wir notwendige Änderungen gestalten und selbst aktiv voranschreiten müssen. Themen wie der Klimawandel, Umweltschutz oder Tierwohl müssen auch seitens des BVHH offensiv und positiv kommuniziert werden. Mit einem Schmunzeln teilte Martin Lüdeke aktuelle Familien-interna mit: Die Friday for Future – Bewegung hat nun auch seine Familie erreicht, dann aus Protest gegen den vielen Plastikmüll weigert sich seine Tochter seid kurzem, Haarshampoo aus einer Plastikflasche zu verwenden. Zum Glück hatte Martin Lüdeke noch ein Stück Kernseife im Keller gefunden, so dass dieses Problem erst einmal gelöst werden konnte. Aus der kleinen Anekdote sollten wir verstehen, dass auch die Vertreter der Bauern nicht darum herumkommen werden, sich aktuellen Themen und den Wünschen der Gesellschaft stellen müssen. Dazu sind wir bereit, verlangen dafür aber auch, dass die Mehraufwendungen dafür entsprechend bezahlt und die Arbeit der Bauern wertgeschätzt werden.

Matthias Steffens berichtete in seiner Begtüßung noch einmal über den Bau des mordernen Kuhstalls und lud alle Gäste für den kommenden Sonntag zu einem Tag der offenen Tür auf dem Gelände ein (Anmerkung: Tatsächlich kamen an dem Sonntag über 2.000 Besucher zu dem Hoffest – eine großartige Anerkennung für die Leistung der Familie Steffens).

Die anschließenden Grußworte der Ersten Vorsitzenden der Hamburger Landfrauen Susanne Becker und des Präsidenten der LWK Hamburg, Herr Andreas Kröger fielen sehr herzlich und wohlwollend aus.

Es folgte ein interessanter Vortrag von Herrn Philipp Maschmann , der für die verschiedenen Finanzierungsmodelle durch die Volksbank eG, VBS warb.

Um 15:30 musste Moderator und Geschäftsführer Dr. Carsten Bargmann den Bauerntag für einen Moment unterbrechen, da der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Herr Dr. Peter Tschentscher eingetroffen war. Der Bürgermeister zeigte sich bei der anschließenden Betriebsführung begeistert von dem neuen Stall und er bestand darauf, das Melken live mitzuerleben.

Live miterleben durften die Gäste dann eine beeindruckende Rede des Bürgermeisters, der sich erstaunlich kompetent auf dem Gebiet der Landwirtschaft zeigte. Mehrfach betonte er die hervorragende Arbeit des BVHH sowie seines Präsidenten Lüdeke, der sich immer wieder bestimmt und mit deutlichen Worten beim Senat und in der Verwaltung für die Belange der Hamburger Bauern einsetzt. Beeindruckt zeigte sich Tschentscher auch von der durch die BWVI geförderten Homepage „Ackern für Hamburg“. Dies sei genau der richtige Weg, der dringend weiterverfolgt und vertieft werden muss. Ausdrücklich bedankte er sich für das Positionspapiers des BVHH zur zukünftigen Ausrichtung der Hamburger Agrarförderung. Tschentscher sprach ein eindeutiges Bekenntnis zur Hamburger Agrarwirtschaft aus und sagte zu, dass das Agrarpolitische Konzept fortgeschrieben wird. Dabei werden viele Anregungen des BVHH mit aufgenommen werden.

Die Gäste bedankten sich mit langanhaltendem Applaus für die hervorragende und frei gesprochene Rede des Ersten Bürgermeisters. Dies war für viele ein überraschend positives Highlight des Tages.

Es folgte ein äußerst interessanter Vortrag von Hergen Rowehl, Geschäfts-führer des Landeskontrollverband Schleswig-Holstein e.V. mit dem Thema „Tierwohl … heute selbstverständlich“. Dabei veranschaulichte Hergen Rowehl, dass mit Ausnahme weniger schwarzer Schafe das Thema Tierwohl bei den norddeutschen Tierhaltern oberste Priorität hat. Nach wissenschaftlichen Kriterien ließ sich dabei kein Unterschied im Wohlbefinden der Tiere zwischen ökologischer und konventioneller Tierhaltung feststellen.

Als sehr warmherzig empfanden die Gäste die abschließenden Grußworte sowie den ausgesprochenen Segen durch Pastorin Doris Spinger, die mit ihrer positiven und wohlwollenden Ausstrahlung zusätzlich zur guten Stimmung beitrug.

Bei einem köstlichen und abwechslungsreichen Buffet sowie dem anschließenden lockeren Beisammensein fanden noch viele interessante Gespräche bis spät in den Abend statt. Alle waren sich darüber einig, dass dieser „4te Hambuger Bauerntag“ äußerst gelungen war. Ein abschließender Dank gilt noch einmal den Sponsoren, ohne die solch eine Veranstaltung nicht umgesetzt werden kann.