Weniger Gülle – mehr Gärreste aus Biogasanlagen auf Deutschlands Feldern

DBV- Pressemitteilung vom 17.08.17

Neue Daten der Agrarstrukturerhebung veröffentlicht

(DBV) Auf Deutschlands Feldern wurde im Jahr 2015 weniger Gülle ausgebracht als 2010.

An flüssigen Wirtschaftsdüngern (Gülle, Jauche und Biogas-Gärrest) verwendete die Landwirtschaft 2015 rund 208 Mio. m3 auf den Feldern zur Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen. Einzeln betrachtet ist bei Rinder- wie auch bei Schweinegülle eine Abnahme zu verzeichnen, wohingegen sich die Menge der ausgebrachten Gärreste aus Biogasanlagen von 2010 bis 2015 von 32 auf 64 Mio. m3 verdoppelt hat. Im Vergleich zu 2010 hat sich die Menge an Wirtschaftsdüngern damit insgesamt leicht um 17 Mio. m3 erhöht. Dies geht aus aktuellen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes über die Agrarstrukturerhebung 2016 hervor, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilte.

Für die Erhöhung bei den Gärresten gibt es einen guten Grund, erklärte der DBV. Biogasanlagen erfüllen mit der Vergärung von Gülle einen wichtigen Klimaschutzbeitrag, da aus der Gülle austretende Klimagase aufgefangen und zur Energieerzeugung genutzt werden. Durch den Ersatz fossiler Energien und vermiedener Treibhausgasemissionen aus Gülle konnten so in den vergangenen Jahren jährlich rund 15 Mio. t CO2 eingespart werden. Auch sind die Geruchsemissionen bei der Ausbringung von Gärresten in der Regel deutlich geringer. Gärreste aus Biogasanlagen hatten 2015 den zweitgrößten Anteil an den ausgebrachten flüssigen Wirtschaftsdüngern, nach Rindergülle mit 109 Mio. m3 und vor Schweinegülle mit 31 Mio. m3. Daneben wurden 24 Millionen Tonnen Festmist auf den Feldern ausgebracht.

„Die Daten zeigen, dass die pauschale Behauptung von Teilen der Wasserwirtschaft, wir hätten es mit einer wachsenden „Gülleflut“ in Deutschland zu tun, so nicht stimmt“, betonte Udo Hemmerling, stellvertretender Generalsekretär des DBV. „Mit der neuen Düngeverordnung sind dieses Jahr bereits weitere einschneidende Veränderungen zur Nährstoffausbringung in Kraft getreten.“

Biogas stabilisiert Einkünfte in der Landwirtschaft

Kurzmitteilung

Biogas stabilisiert Einkünfte in der Landwirtschaft

DBV und Fachverband Biogas: Bioenergie geht nicht zu Lasten der Ernährung

Der Deutsche Bauernverband und der Fachverband Biogas weisen angesichts einer global wie national hohen Maisernte 2014 darauf hin, dass sich Befürchtungen als unbegründet erwiesen haben, der Ausbau der Bioenergie in Deutschland ginge zu Lasten der Ernährung. In Deutschland konnten die Landwirte laut amtlicher Ernteschätzung fast 99 Millionen Tonnen Silomais einfahren. Die Silomaisernte ist damit 20 Millionen Tonnen größer als im vergangenen Jahr, bei einer annähernd gleichbleibenden Anbaufläche von etwas über zwei Millionen Hektar. Auch beim Körnermais geht das Statistische Bundesamt von einer erheblichen höheren Ernte aus – und das obwohl die Anbaufläche um knapp 20.000 Hektar niedriger war als im Vorjahr. Über 4,7 Millionen Tonnen Körnermais sind auf 480.000 Hektar Anbaufläche gewachsen – ein Plus von 350.000 Tonnen.