Rukwied: Nur nachhaltige Ertragssteigerung weltweit kann das Klima schützen
„Der Bericht des Weltklimarats verdeutlicht, vor
welchen enormen globalen Herausforderungen wir in der Landwirtschaft stehen:
Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung, Anpassung an den Klimawandel und
Steigerung des Klimaschutzbeitrages. Diese Aufgaben können wir nur lösen, wenn
die Landwirtschaft weltweit auf den vorhandenen Flächen mehr Lebensmittel mit
geringeren Treibhausgasemissionen erzeugt und nicht noch weiter die Flächen zu
Lasten von Wäldern ausgedehnt werden. Vor diesem Hintergrund steht das
Handelsabkommen mit Mercosur auch dem Klimaschutzgedanken diametral entgegen“,
so der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Joachim Rukwied, zum
Sonderbericht des Weltklimarats IPCC zu Klima und Landnutzung.
Der Bericht stellt dar, dass weltweit rund 23
Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft, Landnutzung
und Abholzung stammen. In Deutschland liegt der Anteil der Landwirtschaft bei 7
Prozent und der Bereich Landnutzung und Forst bindet jährlich rund 15 Mio. t
CO2. „Der Deutsche Bauernverband widmet sich seit Jahren intensiv dem Thema
Klimaschutz. In unserer eigenen Klimastrategie haben wir im vergangenen Jahr
unser Ziel einer Treibhausgaseinsparung um 30 Prozent bis 2030 gegenüber 1990
verankert sowie mit 20 Klimaschutzmaßnahmen unterlegt. Wir wollen unsere
Klimaleistungen weiter steigern und über den Ausbau der Bioenergie, den Anbau
von nachwachsenden Rohstoffen und die CO2-Bindung im Bodenhumus noch mehr zum
Klimaschutz beitragen. Wir sind überzeugt, dass die Landwirtschaft Teil der
Lösung sein wird.
Zweiter DBV-Erntebericht offenbart die Folgen der Hitzewellen
Der Deutsche
Bauernverband (DBV) geht neuen Berechnungen zufolge von einer Getreideernte in
der Höhe von 44 bis 45 Millionen Tonnen aus. Die Korrektur der Ernteerwartungen
ist auf die Hitzewellen zurückzuführen, die insbesondere das Ertragspotenzial
der wichtigsten Getreideart in Deutschland, dem Winterweizen, reduziert haben. „Zwar
hat sich das Ertragsniveau im Durchschnitt gegenüber der Missernte des
vergangenen Jahres verbessert. Dennoch müssen Betriebe in den erneut von
Trockenheit betroffenen Regionen zum wiederholten Male große Einbußen
verkraften“, kommentiert DBV-Präsident Joachim Rukwied die Ernteergebnisse.
Es ist davon
auszugehen, dass die Erntemenge den Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 in
Höhe von 47,9 Millionen Tonnen um bis zu vier Millionen Tonnen unterschreiten
wird. Die Erträge fallen mit 7,2 Tonnen pro Hektar ebenfalls unterdurchschnittlich
aus (2013-2017: 7,5 Tonnen pro Hektar). „Die Ernte ist je nach
Niederschlagsverteilung teils weit vorangeschritten, teils in vollem Gange. Das
Ertragsbild ist heterogen. Dies wird auch für die noch zu erntenden Bestände
gelten“, wie Rukwied anlässlich des zweiten DBV-Ernteberichtes betont.
Winterweizen
steht zur Ernte 2019 auf einer Anbaufläche von 3,03 Millionen Hektar (minus 3
Prozent gegenüber Durchschnitt 2013-2017). Die Druschergebnisse lassen im
Bundesdurchschnitt einen Ertrag von nur 7,4 Tonnen pro Hektar erwarten. Dagegen
lag der Weizenertrag im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 noch bei knapp 8,1
Tonnen pro Hektar. Da auch die Anbaufläche gegenüber dem langjährigen Durchschnitt
zurückfällt, ist eine Winterweizenernte in Höhe von gut 22 Millionen Tonnen (2013-2017:
25,3 Millionen Tonnen) zu erwarten.
Besonders
deutlich zeigen sich die Auswirkungen der Dürre beim Winterraps. Zunächst ist
die Anbaufläche aufgrund der zur Rapsaussaat anhaltenden Trockenheit gegenüber
dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017 von 1,35 Millionen Hektar auf 887.000
Hektar (minus 34 Prozent) zurückgegangen. Die vielfach auch im Jahr 2019
schwierigen Vegetationsbedingungen haben zudem die Erträge gegenüber dem
langjährigen Durchschnitt (3,8 Tonnen pro Hektar) auf 3,2 Tonnen pro Hektar
einbrechen lassen. Folglich ist nach den derzeit vorliegenden Druschergebnissen
von einer Rapsernte von gut 2,8 Millionen Tonnen auszugehen (2013-2017: 5,2
Millionen Tonnen).
Auch das
Grünland und die Maisbestände sind von der Trockenheit gekennzeichnet. Aufgrund
des Wassermangels war eine Schnittnutzung des Grünlandes im erforderlichen
Umfang vielfach nicht möglich. Deshalb ist die Versorgung mit Grundfutter
weiterhin angespannt. Hinzu kommt der durch Hitze und Trockenheit zu geringe
Biomassezuwachs bei den Silomaisbeständen und ein teils geringer Kolbenansatz,
der für die Qualität des Grundfutters entscheidend ist.
Der
DBV-Erntebericht basiert auf Meldungen aus den 18 Landesbauernverbänden über
die tatsächlich geernteten Flächen und erzielten Erträge.
Zur Diskussion um eine Fleischsteuer sagt der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken: „Nicht der Fiskus, sondern die Landwirte brauchen Mittel und Unterstützung für eine Weiterentwicklung der Tierhaltung. Ohne Marktpartner und Verbraucher geht es außerdem nicht: Weder dem Tierwohl noch dem Klimaschutz ist gedient, wenn die deutschen Landwirte weiter in mehr Tierwohl investieren und der Markt sich preisgünstig aus anderen EU-Ländern mit niedrigeren Tierwohlstandards versorgt. Deshalb brauchen wir auch eine flächendeckende und verbindliche Kennzeichnung der Haltungsform, die auch die Fleischwaren mit einschließt. Zudem würde eine Fleischsteuer deshalb ins Leere laufen, weil es für Um- und Neubauten von Ställen derzeit eine faktische Blockade im Bau- und Genehmigungsrecht gibt. Wir brauchen eine verbindliche Strategie für die Nutztierhaltung, die zu Ende gedacht ist.“
Bauern erwarten von der Politik ein Ende des Gerangels zwischen Kommission und Bundesregierung
(DBV) Die heute erfolgte Einleitung der ersten Stufe eines Zweitverfahrens
gegen Deutschland im Vertragsverletzungsverfahren hinsichtlich der Umsetzung
der europäischen Nitratrichtlinie ist aus Sicht des Deutschen Bauernverbands
unverhältnismäßig und unangemessen. Diese Eskalation seitens der EU-Kommission
sei angesichts der laufenden konstruktiven Gespräche zwischen der
Bundesregierung, den Ländern und der EU-Kommission über die Nachbesserung der
Düngeverordnung unverständlich. Die deutschen Bauern erwarten von der Politik,
dass der jahrelange Streit über das deutsche Düngerecht endlich zu einem
Abschluss gebracht wird und die Maßnahmen in der Praxis wirken könnten.
Vor allem beanstandet der DBV, dass die Kommission Deutschland
zwar Fortschritte bei der Umsetzung des EU-Rechts bescheinige und den weiteren
Zeitplan für eine erneute Änderung der Düngeverordnung abstimme, zeitgleich
aber die Bundesregierung erneut mit einem Vertragsverletzungsverfahren
überziehe. Dieses Vorgehen sei insofern kontraproduktiv, weil hierdurch die
Umsetzung des umfangreich geänderten Düngerechts zur Verbesserung des
Gewässerschutzes ein weiteres Mal in Frage gestellt werde. Ebenfalls nicht
nachvollziehbar ist aus Sicht des DBV die Kleinteiligkeit der Nachforderungen
seitens der EU-Kommission. Diese stünden im Widerspruch zu den bisherigen
Bekundungen, die Mitgliedsstaaten hätten einen breiten Spielraum zur Umsetzung
regional angepasster Maßnahmen für Landwirtschaft und Gewässerschutz. Die
„Salamitaktik“ der mehrfachen Nachforderungen lasse Zweifel daran entstehen,
dass es der EU-Kommission um die Sache gehe.
Hamburg/Berlin/Kupferzell, 3. Juli 2019 –
Das Dialog- und Demonstrationsprojekt F.R.A.N.Z. ist als offizielles Projekt
der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden. Der Preis wurde heute
durch Rudolf Ley, dem Leiter der Unterabteilung „Nachhaltige Naturnutzung“ im
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
zusammen mit Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und
Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, im Rahmen einer
Fachveranstaltung in Kupferzell, Baden-Württemberg, an die Umweltstiftung
Michael Otto (UMO) und den Deutschen Bauernverband (DBV) überreicht. „Der
Handlungsbedarf zum Erhalt unserer Biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft
ist dort am größten, wo die Landwirtschaft am intensivsten ist. Hier brauchen
wir grundlegende Änderungen. Wie das gehen kann, wird im F.R.A.N.Z.-Projekt
gemeinsam von Landwirtschaft und Naturschutz erprobt. Daher freue ich mich sehr
über die heutige Auszeichnung von F.R.A.N.Z. als UN-Dekade-Projekt. Die
Vereinten Nationen haben das laufende Jahrzehnt der Biologischen Vielfalt
gewidmet, um die Dringlichkeit einer Trendwende beim Rückgang der Biologischen
Vielfalt zu unterstreichen und möglichst viele Menschen für deren Schutz zu
begeistern“, betonte Rudolf Ley bei der Übergabe der Urkunde. Mit der
Auszeichnung wird die vorbildliche Arbeit von Naturschutz und Landwirtschaft im
Rahmen des F.R.A.N.Z.-Projektes zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in
Deutschland gewürdigt.
„Das F.R.A.N.Z.-Projekt demonstriert, dass
zukunftsfähige Lösungen für mehr Artenvielfalt in der Agrarlandschaft nur
gemeinsam im Dialog auf Augenhöhe mit Naturschutz und Landwirtschaft
vorangebracht werden können. Die Verleihung der UN-Dekade Biologische Vielfalt
sehen wir als Auszeichnung für die Anstrengungen der beteiligten Forscher,
Landwirte und Betriebsberater, Naturschutz und produktive Landbewirtschaftung
miteinander zu vereinen“, verdeutlichen die Projektträger UMO und DBV. Die
bisherigen Erfolge bestätigen den eingeschlagenen Weg und zeigen, dass
naturschutzfachlich sinnvolle, praxistaugliche und wirtschaftlich tragfähige
Naturschutzmaßnahmen positive Effekte auf die Artenvielfalt haben. Die
Monitoring-Ergebnisse für die Jahre 2017 und 2018 auf den zehn
Demonstrationsbetrieben verdeutlichen, dass Extensivgetreideflächen,
Feldlerchenfenster in großen Wintergetreideschlägen und Feldvogelstreifen im
Mais zu höheren Feldvogeldichten geführt haben. Auch der Anteil von
Wildpflanzen im Extensivgetreide und in Blühstreifen ist deutlich höher als auf
Vergleichsackerrändern oder im normalen Getreidebestand.
Das F.R.A.N.Z.-Projekt setzt
zukunftsweisende Impulse für den Schutz der biologischen Vielfalt in der
Agrarlandschaft und schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass die im
Projekt erfolgreich umgesetzten Naturschutzmaßnahmen bundesweit Akzeptanz und
Nachahmer finden. Neben der offiziellen Urkunde überreichten
BMU-Unterabteilungsleiter Rudolf Ley und Minister Franz Untersteller einen
„Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die Naturvielfalt steht, an die
F.R.A.N.Z.-Projektträger UMO und DBV. Ab sofort wird F.R.A.N.Z. auch auf der
Webseite der UN-Dekade in Deutschland unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.
Die Förderung des Projekts erfolgt mit Mitteln der
Landwirtschaftlichen Rentenbank, mit besonderer Unterstützung des
Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und der Bundesanstalt für
Landwirtschaft und Ernährung sowie durch das Bundesamt für Naturschutz mit
Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.
Rukwied: Nachwirkungen der Dürre 2018 noch spürbar
Der Deutsche Bauernverband (DBV) geht in seiner Prognose von einer Getreideernte in Höhe von rund 47 Millionen Tonnen aus. Das ist rund 1 Million Tonnen weniger als der Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017. Gegenüber dem Dürrejahr 2018 liegen die Erwartungen rund neun Millionen Tonnen höher. „Der Vergleich der diesjährigen Erntemenge mit dem Extremjahr 2018 verzerrt das Bild etwas. Wir erwarten in diesem Jahr eine Ernte knapp unter dem Durchschnitt. Die Nachwirkungen der Dürre sind noch immer deutlich spürbar. Für die angespannte wirtschaftliche Lage in vielen Betrieben wird auch dieses Jahr keine Verbesserung bringen“, sagt der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied.
Die diesjährige Getreideernte ist unter
schwierigen Vegetationsbedingungen herangewachsen. Die extreme Trockenheit des
Sommers 2018 hielt bis zur Aussaat des Wintergetreides im vergangenen Herbst
an. In den besonders betroffenen Gebieten sind die Bestände daher spät und
vielfach nur lückenhaft aufgelaufen. Nach einem zu trockenen Jahresbeginn haben
sich die Niederschläge und die kühle Witterung im Mai positiv auf die
Ertragsaussichten ausgewirkt. „Die Niederschlagsverteilung war regional sehr
unterschiedlich. Durch die insbesondere im Osten Deutschlands nach wie vor zu
trockenen Bodenverhältnisse sind dort mancherorts erhebliche Trockenschäden
festzustellen. Auch haben Starkregen und Hagel teilweise die Getreidebestände
stark geschädigt“, erläutert Rukwied die unterschiedlichen Gegebenheiten. In
weiten Teilen Deutschlands stehen die Getreidebestände trotzdem gut da.
Allerdings könnte die extreme Hitze der letzten Juni-Woche den Winterweizen
geschädigt haben. Die für den Ertrag wichtige Kornfüllung findet bei großer
Hitze und Wassermangel nicht mehr statt.
In Deutschland wurde zur Ernte 2019 auf einer
Fläche von 6,4 Millionen Hektar Getreide angebaut. Winterweizen ist weiterhin
die bedeutendste Kultur im deutschen Getreideanbau. Mit einer Fläche von 3
Millionen Hektar wird der Mittelwert der Jahre 2013 bis 2017 in Höhe von 3,1
Millionen Hektar knapp verfehlt. Die Flächenanteile von Winter- und
Sommergetreide ähneln nach den deutlichen Verschiebungen des vergangenen Jahres
wieder dem Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017.
Die bedeutendste Ölpflanze in Deutschland ist
Winterraps, an dem deutlich die Nachwirkungen der Dürre 2018 zu erkennen sind.
Die Anbaufläche von 887.000 Hektar unterschreitet die Anbaufläche des Vorjahres
deutlich um fast 30 Prozent (337.000 Hektar). Das liegt daran, dass die Aussaat
von Winterraps mitten in die Dürrephase gefallen und somit erfolglos gewesen
wäre. Darüber hinaus ist der Rapsanbau
von Einschränkungen im Bereich der Pflanzenschutzmittel betroffen. In der Folge
wird derzeit eine Erntemenge von nur rund 3,1 Millionen Tonnen erwartet.
Vielerorts läuft die Ernte der Wintergerste. Für
die Getreideernte sind beständige sommerliche Witterungsverhältnisse
erforderlich. Hackfrüchte wie Kartoffeln und Zuckerrüben sowie Mais benötigen
dagegen eine ausreichende Wasserversorgung in den Sommermonaten. Eine üppige
Grundfutter- und Silomaisernte ist für die von der Futterknappheit des
vergangenen Jahres betroffenen Tierhaltungs- und Futterbaubetriebe
existenziell.
Der DBV erstellt seine Ernteprognose auf der
Basis von Umfragen unter den 18 Landesbauernverbänden zu ihren aktuellen
Ertragsschätzungen.
Landwirtschaftsministerin Klöckner beim Deutschen Bauerntag
I
Im Rahmen des Deutschen Bauerntags 2019 im sächsischen Schkeuditz spricht Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner den Landwirten Mut zur Veränderung zu und verspricht dabei zu unterstützen: „Klimaschutz, Artenvielfalt, Tierwohl: Die Bauern stehen unter einem enormen Druck der öffentlichen Erwartungen. Dabei tut sich viel in der Landwirtschaft. Ich sehe eine neue Offenheit gerade der jungen Landwirte für ambitionierten Umwelt-, Natur- und Klimaschutz. Aber sie sehen sich nicht nur als Landschaftsgärtner, sondern sie sind Unternehmer, die Lebensmittel nachhaltig erzeugen wollen. Planungssicherheit ist die Voraussetzung für den Mut der jungen Generation, den grünen Berufsweg einzuschlagen. Und ich will den Bauernfamilien helfen, raus aus der pauschalen Anklageecke zu kommen. Denn die Erzeugung von Nahrungsmittel ist lebenswichtig. Auch weltweit. Nicht nostalgisch-romantische Bilder einer alten Landwirtschaft, sondern Innovation, Forschung und Digitalisierung geben das Bild der aktuellen Agrarwirtschaft wieder.
Auch wir Verbraucher stehen in der Pflicht. Es
ist zu einfach, der Landwirtschaft beim Klimaschutz einseitig den schwarzen
Peter zuzuschieben, dabei aber den Steingarten vor der eigenen Haustür zu
vergessen. Jeder trägt Verantwortung. Uns muss es gelingen, die Landwirtschaft
wieder zu einem Projekt der ganzen Gesellschaft zu machen. Denn mehr Tierwohl
beispielsweise entscheidet sich nicht allein im Stall, sondern auch an der
Ladenkasse.
Und es muss mehr erklärt werden. Zu häufig
prägen Schuldzuweisungen und Verkürzungen die Debatte um Landwirtschaft. Zum
Beispiel beim Thema Pflanzenschutz – ohne den es nicht geht. Unsere Supermarktregale
sind deshalb so gut und hochwertig gefüllt, weil Ernten geschützt werden.
Gleichzeitig wird der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln durch neue, digitale
Technologien immer weiter reduziert. Kaum eine Branche ist so innovativ wie die
Landwirtschaft. Diesen Diskussionen sollte sich die Branche noch stärker und
noch offensiver stellen – mit offenem Visier.“
GEMEINSAME
PRESSEMITTEILUNG von Umweltstiftung Michael Otto (UMO) und den Deutschen
Bauernverband (DBV)
Hamburg/Berlin/Kupferzell,
3. Juli 2019 – Das Dialog- und Demonstrationsprojekt F.R.A.N.Z. ist als
offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden.
Der Preis wurde heute durch Rudolf Ley, dem Leiter der Unterabteilung „Nachhaltige
Naturnutzung“ im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare
Sicherheit (BMU) zusammen mit Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima
und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg, im Rahmen einer
Fachveranstaltung in Kupferzell, Baden-Württemberg, an die Umweltstiftung
Michael Otto (UMO) und den Deutschen Bauernverband (DBV) überreicht. „Der
Handlungsbedarf zum Erhalt unserer Biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft
ist dort am größten, wo die Landwirtschaft am intensivsten ist. Hier brauchen
wir grundlegende Änderungen. Wie das gehen kann, wird im F.R.A.N.Z.-Projekt
gemeinsam von Landwirtschaft und Naturschutz erprobt. Daher freue ich mich sehr
über die heutige Auszeichnung von F.R.A.N.Z. als UN-Dekade-Projekt. Die
Vereinten Nationen haben das laufende Jahrzehnt der Biologischen Vielfalt
gewidmet, um die Dringlichkeit einer Trendwende beim Rückgang der Biologischen
Vielfalt zu unterstreichen und möglichst viele Menschen für deren Schutz zu
begeistern“, betonte Rudolf Ley bei der Übergabe der Urkunde. Mit der Auszeichnung
wird die vorbildliche Arbeit von Naturschutz und Landwirtschaft im Rahmen des F.R.A.N.Z.-Projektes
zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Deutschland gewürdigt.
„Das
F.R.A.N.Z.-Projekt demonstriert, dass zukunftsfähige Lösungen für mehr Artenvielfalt
in der Agrarlandschaft nur gemeinsam im Dialog auf Augenhöhe mit Naturschutz und
Landwirtschaft vorangebracht werden können. Die Verleihung der UN-Dekade
Biologische Vielfalt sehen wir als Auszeichnung für die Anstrengungen der
beteiligten Forscher, Landwirte und Betriebsberater, Naturschutz und produktive
Landbewirtschaftung miteinander zu vereinen“, verdeutlichen die Projektträger UMO
und DBV. Die bisherigen Erfolge bestätigen den eingeschlagenen Weg und zeigen,
dass naturschutzfachlich sinnvolle, praxistaugliche und wirtschaftlich
tragfähige Naturschutzmaßnahmen positive Effekte auf die Artenvielfalt haben. Die
Monitoring-Ergebnisse für die Jahre 2017 und 2018 auf den zehn
Demonstrationsbetrieben verdeutlichen, dass Extensivgetreideflächen, Feldlerchenfenster
in großen Wintergetreideschlägen und Feldvogelstreifen im Mais zu höheren
Feldvogeldichten geführt haben. Auch der Anteil von Wildpflanzen im
Extensivgetreide und in Blühstreifen ist deutlich höher als auf Vergleichsackerrändern
oder im normalen Getreidebestand.
Das
F.R.A.N.Z.-Projekt setzt zukunftsweisende Impulse für den Schutz der biologischen
Vielfalt in der Agrarlandschaft und schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass
die im Projekt erfolgreich umgesetzten Naturschutzmaßnahmen bundesweit
Akzeptanz und Nachahmer finden. Neben der offiziellen Urkunde überreichten BMU-Unterabteilungsleiter
Rudolf Ley und Minister Franz Untersteller einen „Vielfalt-Baum“, der
symbolisch für die Naturvielfalt steht, an die F.R.A.N.Z.-Projektträger UMO und
DBV. Ab sofort wird F.R.A.N.Z. auch auf der Webseite der UN-Dekade in
Deutschland unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.
Weitere Information unter www.franz-projekt.de.
Für Rückfragen:
Sibylle Duncker, Projektleitung
F.R.A.N.Z.
Umweltstiftung Michael Otto
E-Mail:
sibylle.duncker@umweltstiftungmichaelotto.org
Mária Klaudies,
Projektleitung F.R.A.N.Z.
Deutscher
Bauernverband
E-Mail: m.klaudies@bauernverband.net
Die Sommerausflüge des Bauernverbandes Hamburg stehen für viele Mitglieder mittlerweile als fester Termin in ihrem Jahreskalender und auch in diesem Jahr war der moderne Reisebus mit gut gelaunten Teilnehmern wieder gut besetzt. Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Hamburg lud der BVHH zu einer Reise in das wunderschöne Schleswig-Holstein ein. Bei schönstem Sommerwetter begann der Ausflug am Dienstag, den 18. Juni 2019 am Brennerhof mit der Begrüßung durch Präsident Martin Lüdeke und Carola Bühler von der LWK Hamburg. In bester Stimmung ging es dann Richtung Kiel, wo wir um 10:00 die erste Station, das Gut Rosenkranz in Schinkel erreichten.
Hier wurden wir sehr herzlich vom Eigentümer Ernst-Friedemann Freiherr von Münchhausen begrüßt, der uns dann persönlich über das Gut und die anliegenden Felder führte. Auf über 400 ha baut das Gut Rosenkranz Gerste, Weizen, Ackerbohnen und Dinkel nach Bioland-Kriterien an. Auf der Feldrundfahrt konnten wir uns von der hervorragenden Qualität der Feldbestände überzeugen. Hier wird biologische Landwirtschaft mit Leidenschaft, hoher Professionalität und ohne verbohrte Ideologie betrieben – beeindruckend.
Weiter ging es zum Milchhof der Gebrüder Gravert GbR in Lindau. Sehr offen und freundlich zeigte uns Timo Gravert die Entwicklung des Betriebes, vom alten, stickigen Kuhstall hin zum modernen, luftigen Stall mit zwei Melkrobotern und luftigen Liegeboxen für die Tiere. Die eigene Biogasanlage versorgt etliche Haushalte im Dorf und trägt maßgeblich zu Einkommensdiversifizierung des Familienbetriebes bei. Die Begeisterung für den Beruf des Landwirts war bei Timo Gravert deutlich zu spüren. Da die Brüder Hand in Hand arbeiten, die Eltern als Altenteiler auch noch gerne mit aushelfen, ist ein Urlaub mit der Familie trotz der vielen Arbeit ein bis zweimal im Jahr möglich.
Zum Mittagessen kehrten wir in den rustikalen Gasthof Dibberns in Osdorf ein, wo uns ein leckeres Buffet mit verschiedenen Schnitzelvariationen und diversen Beilagen gereicht wurde. Das Essen war köstlich und die Stimmung bei Tisch ausgezeichnet. Alle waren so sehr in ihre Gespräche vertieft, dass kaum jemand es merkte, wie schnell die Zeit verging. Reiseleiter Dr. Carsten Bargmann hatte einige Mühe, die gesellige Runde zum Aufbruch zu bewegen. Mit dem Versprechen auf ein hervorragendes Kaffeetrinken bei der nächsten Station gelang es ihm dann doch, die gut gelaunte Reisgesellschaft zur Weiterfahrt zu bewegen.
Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir unser letztes Ziel, den Himbeerhof Gut Steinwehr, der direkt am Nord-Ostsee-Kanal liegt. Bereits bei der Anreise war zu sehen, dass die Erdbeerernte im vollen Gang war. Angebaut werden aber auch Süßkirschen, Himbeeren und andere Beerenfrüchte. Der Verkauf erfolgt vor allem über die Direktvermarktung und Selbstpflücke. Das große Hofcafe sowie der angeschlossene Regionalmarkt runden das Angebot sehr erfolgreich ab. Nach der Rundfahrt über die Felder wurden wir in zwei festlichen Pagodenzelten bei duftendem Kaffee und frisch gebackenen Erdbeerkuchen noch einmal richtig verwöhnt.
Dank unseres netten Busfahrers (und seines modernen Navis)
konnten wir auf der Rückfahrt so manchen größeren Stau umfahren und trafen
bestens gelaunt um 18:00 wieder in Hamburg ein. Alle Teilnehmer waren sich
einig: „Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei“!
Unser Dankeschön gilt unserem Sponsor, der LVM – Versicherung, insbesondere unserem Ansprechpartner vor Ort, der LVM-Agentur Thomas Oelrich. Ohne deren Unterstützung wäre dieser gelungene Ausflug nicht möglich gewesen. Vielen Dank dafür.