Trecker statt Dienstwagen! Katharina Fegebank zu Besuch auf dem Wohldorfer Hof

Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg sowie Senatorin und Präses der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft Katharina Fegebank mit Lisa Cordes auf dem Maxxum 150 Foto:S.Meyer

Im Rahmen der Grünen Woche Anfang des Jahres sprach unser Vizepräsident Heinz Cordes die Einladung an Frau Fegebank aus, doch einmal die Möglichkeit zu nutzen und mal selber Trecker zu fahren. Daher stand bei diesem Termin nicht nur der Austausch über die Bedeutung der Landwirtschaft in Hamburg und speziell im Bezirk Wandsbek an, im Mittelpunkt standen auf dem Betriebsrundgang und der folgenden Feldrundfahrt die nachhaltige Landwirtschaft, regionale Lebensmittelproduktion, Ökolandbau und Pferdehaltung und die Gestaltung der zufünftigen GAP-Förderperiode.

Lisa Cordes, Frau Fegebank Foto: S. Meyer

Gleich zu Beginn des Besuchs durfte Frau Fegebank mit Lisa Cordes in den Kälberstall und zur großen Freude aller eine echte Seltenheit bestaunen. Eine biologische Sensation!Drillinge! Ein besonderes Ereignis auch für erfahrene Landwirte ist die Drillingsgeburt bei Kühen. Sie kommen nur äußerst selten vor. Entscheidend ist, dass sowohl die Mutterkuh als auch alle drei Kälber die Geburt gut überstanden haben und sich gut entwickelt haben.

v.l.:Lisa Cordes, Heinz Cordes, Jochen Quast, Dr. Jörg Buddemeyer, Corinna Jansen, Oscar Jessen Foto: S.Meyer

Start zur Feldrundfahrt im Dialog Martin Lüdeke mit Frau Fegebank und Oscar Jessen Foto:S. Meyer

Auf der Fahrt zu den Feldern konnten die Themen authentisch vertieft werden. Nicht nur Martin Lüdeke (Präsident des Bauernverbandes Hamburg) und Jochen Quast (Vizepräsident des BVHH) berichteten von den anstehenden Herausforderungen und Chancen zur nächsten Förderperiode auch Lisa Cordes steht als nächste Generation kurz vor Ihrer Abschussprüfung. Damit steht Sie für viele Frauen in der Landwirtschaft als wichtige Rolle sowohl in der Betriebsleitung als auch in der praktischen Arbeit und in der Weiterentwicklung der Höfe als Frau vor besonderen Herausforderungen. Es bestehen weiterhin strukturelle Hürden, die Frauen insbesondere bei Betriebsübernahmen und beim Aufstieg in Führungspositionen ausbremsen. 

Lisa Cordes übergibt als zentrales Symbol des internationalen Jahres der Frauen in der Landwirtschaft die bunte Schleife an Frau Fegebank. Sie steht als Zeichen der Solidarität, Anerkennung und für den Zusammenhalt, um die oft unsichtbare, aber essenzielle Arbeit von Landwirtinnen sichtbar zu machen. Foto: O. Jessen

Lisa Cordes ist eine der vielen weiblichen Hofnachfolgerinnen die begeistert und für ein zukunftsstarkes Berufsfeld steht. Mit ihrem Engagement und Ihrer fachlichen Ausbildung ist die Zukunft und somit die Hofnachfolge in der Zukunft für den Wohldorfer Hof vielversprechend. Die gesicherte Hofnachfolge ist ein wichtiges Zeichen für die Zukunft der Hamburger Landwirtschaft. Sie zeigt, dass Familienbetrieb auch künftig mit Leidenschaft, Fachwissen und Innovationskraft weitergeführt werden und ihre wichtige Rolle für die regionale Lebensmittelproduktion und den Erhalt unsere Kulturlandschaften wahrnehmen.

Eine zukuftsfähige Landwirtschaft braucht die Kompetenzen, Perpektiven und den Gestaltungswillen von Frauen in allen Bereichen.

Frau Fegebank mit Lupinen. Diese ist vergleichbar mit der Erbse oder der Ackerbohne und würde früher für die Herstellung von Muckefuck genutzt. (eine Art Getreidekaffee) Foto: S. Meyer

Vizepräsident Heinz Cordes informierte über die aktuellen Versuche im Lupinenanbau und erläuterte die Bedeutung der Lupine als heimische Eiweißpflanze und die Chancen, die sie für die nachhaltige Landwirtschaft in Hamburg bietet. Die Lupine sorgt für eine Stickstoffbindung und verbessert die Bodenstruktur und reichert zudem die Fruchtfolge an. Dazu erläuterte er auch die Herausforderungen in diesem trockenem Jahr zur Bewässerung der Felder.

Wir bedanken uns herzlich bei Katharina Fegebank, dass Sie sich die Zeit genommen hat den Wohldorfer Hof zu besuchen und das zwischen den Gesprächen auf der Hamburger Sustainability Conference über politische Rahmenbedingungen für gemeinsames Handeln. Dies bot auch dieser Besuch mit direktem Austausch. Die Hamburger Landwirtschaft steht in engem Zusammenhang mit den Themen der HSC, da beide den gemeinsamen Anspruch verfolgen, nachhaltige Entwicklung in der Region konkret umzusetzen.Landwirtschaftliche Betriebe in Hamburg leisten einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz, Biodiversität, regionale Versorgung und ressourcenschonender Prduktion. Alles zentrale Hadlungsfelder die auch auf der Konfererenz im Mittelpunkt stehen. Die dort diskutierten politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bieten wichtige Impulse für die Praxis auf den Höfen. Gleichzeitig bringt die Landwirtschaft ihre konkreten Erfahrungen in den Dialog ein. Diese Verbindung zwischen wissenschatlicher, politischer und praktischer Perspektive ist entscheidend, um nachhaltige Strategien nicht nur zu entwickeln, sondern auch erfolgreich in der Region umzusetzen. 

Dazu diente dieser offene Dialog und wurde von allen als wertvoll bewertet, da er unterschiedliche Perspektiven auch in dieser Runde zusammenbrachte und ein besseres Verständnis für die jeweiligen Anforderungen und Handlungsspielräume ermöglicht. In der Runde konnten sich so Frau Fegebank (Zweite Bürgemeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg sowie Senatorin der BUKEA) und Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der BUKEA Frau Dr. Ina Tjardes (Amtsleitung), Jana Hoppe (Abteilungsleitung), Lisa Kühl (Referatsleitung Agrarmarktstruktur, Ökologischer Landbau,Gartenbau), Dr. Jörg Buddemeyer (Sachgebietsleiter Ökologischer Landbau, Ökokontrollbehörde, Marktüberwachung, Vermarktungsnormen), Corinna Jansen (Referintin im Sachgebiet Ökologischer Landbau, Ökokontrollbehörde, Marktüberwachung, Vermarktungsnormen) und Oscar Jessen (Projektsteuerung Transformation der Agrarwirtschaft mit Präsident Martin Lüdeke, Vizepräsident Heinz Cordes, Vizepräsident Jochen Quast, Junglandwirtin Lisa Cordes und Geschäftsführerin Sybille Meyer austauschen.

Abschlussrunde in der Wohldorfer Kochschule mit l.u Corinna Janse, Jochen Quast, Martin Lüdeke, Heinz Cordes; r.o.:Jana Hoppe, Frau Fegebank, Dr. Ina Tjardes, Lisa Kühl Foto: O. Jessen

Vor Ort wurde deutlich, welchen wichtigen Beitrag die landwirtschaftlichen Betriebe in Hamburg für Nachhaltigkeit, regionale Versorgung, Biodiversität und Klimaschutz leisten. Der persönliche Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Praxis ist eine wichtige Grundlage, um gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft der Landwirtschaft zu entwickeln. Wir freuen uns über das Interesse an den Herausforderungen und Chancen der Hamburger Landwirtschaft und danken für den offenen Austausch sowie für Ihre Bereitschaft, sich für gute Rahmenbedingungen einzusetzen. Dieser Dank gilt dem gesamten Team der BUKEA.

Der Wohldorfer Hof ist ein ökologisch wirtschaftender Familienbetrieb mit Milchviehhaltung, eigener Hofmolkerei und Pferdepension sowie einer Kochschule. Der Betrieb verbindet regionale Lebensmittelproduktion mit nachhaltiger Bewirtschaftung und zeigt beispielhaft, wie Innovation und Praxis in der Hamburger Landwirtschaft zusammenwirken.

Am Ende wollen wir nicht versäumen Lisa Cordes für Ihre anstehende Abschlussprüfung zur Landwirtin die Daumen zu drücken!